Kriegsberichterstatter kämpfen für Schweigerecht in Den Haag

3. Oktober 2002, 16:44
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Reporter sollen vor Kriegsverbrechertribunal nicht zu Aussagen gezwungen werden

Im Auftrag von 34 Medienorganisationen haben mehrere Anwälte das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag aufgerufen, Kriegsreporter nicht zu Aussagen zu zwingen.

Der  US-Anwalt Floyd Abrams sagte am Donnerstag bei einer Anhörung vor der Berufungskammer des Gerichts, zu diesem Mittel sollte nur im äußersten Notfall gegriffen werden, um die Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit der Journalisten nicht zu gefährden. Anderenfalls bestehe die Gefahr, dass Kriegsverbrecher sich nicht mehr gegenüber Medienleuten äußern würden.

Abrams bezog sich auf den Fall des früheren Kriegskorrespondenten der "Washington Post", Jonathan Randal. Dieser will sich einer Entscheidung aus erster Instanz widersetzen, wonach er gegen seinen Willen als Zeuge im Prozess gegen die bosnischen Serben Radoslav Brdjanin und Momir Talic aussagen soll. Brdjanin hatte sich in einem 1993 veröffentlichten Interview mit Randal für die Vertreibung von Nicht-Serben ausgesprochen. Randal wird unter anderem von CNN, BBC und der Organisation "Reporter ohne Grenzen" unterstützt. (APA)

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