Schuldbekenntnis von Plavsic "ohne Auswirkungen" auf Republika Srpska

3. Oktober 2002, 16:13
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Ministerpräsident Ivanic: Ex-Präsidentin steht als Einzelperson vor UNO-Tribunal

Belgrad/Banja Luka - Die Entscheidung der früheren Präsidentin der Serbischen Republik, Biljana Plavsic, vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag die Verantwortung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu übernehmen, wird "keine Auswirkungen" auf die Republika Srpska haben. Dies sagte der bosnisch-serbische Ministerpräsident Mladen Ivanic am Donnerstag nach Angaben der Presseagentur SRNA. "Es ist ihre Entscheidung gewesen, in Den Haag werden Prozesse gegen Einzelpersonen und nicht gegen Institutionen oder Landesteile geführt", so Ivanic.

Der Belgrader Sender "B-92" meldete jedoch unter Berufung auf Rechtsexperten, dass sich die Entscheidung von Plavsic sehr wohl auf andere Prozesse auswirken werde, die vor dem UNO-Tribunal geführt werden. Dies geschehe ungeachtet dessen, ob sie in Zukunft als Zeugin vor Gericht auftreten werde oder nicht. Die Vorwürfe gegen Plavsic erfassen laut Anklage Vertreibungen auf ethnischer, religiöser und politischer Grundlage. Indem sie die Verantwortung für diese Verbrechen übernommen habe, stimmte Plavsic nach Deutung des Senders mit jener Feststellung der Anklage überein, wonach diese Verbrechen von bosnisch-serbischen militärischen und staatlichen Institutionen verübt worden seien. (APA)

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    Biljana Plavsic

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