Überfüllte WU bietet Rückzahlung der Studiengebühren

3. Oktober 2002, 15:39
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Voraussetzung ist Exmatrikulation

Wien - Die Wirtschaftsuniversität (WU) Wien bietet jenen Studenten, die auf Grund der "explodierenden Studentenzahlen keinen Platz an der WU finden und daher nicht regulär studieren können", eine Rückerstattung der Studiengebühren an. Voraussetzung dafür sei die Exmatrikulation, hieß es in einer Aussendung. An der WU haben sich bereits knapp vier Wochen vor Inskriptionsschluss um 26 Prozent mehr Erstsemestrige als im gesamten Zulassungszeitraum des vergangenen Wintersemesters angemeldet.

"Durch den extrem starken Zuwachs an Studierenden fehlen an der WU akut Hörsaalplätze und Lehrpersonal für 1.000 Erstsemestrige", betonte WU-Rektor Christoph Badelt. Zwar versuche man, mit einem "Notprogramm", das unter anderem die Anmietung von Kinosälen vorsieht, das Schlimmste abzufedern und habe auch in der Vergangenheit die "prekäre Ressourcensituation" bewältigt - "jetzt ist aber der Punkt erreicht, an dem es wirklich nicht mehr weitergeht." Es sei nicht seriös, Geld für Leistungen zu nehmen, die nicht zu erbringen wären, so Badelt.

Die WU wäre sowohl im nationalen als auch im internationalen Vergleich Schlusslicht hinsichtlich Budgetzuweisung, Raumangebot und Personal, betonte der Rektor. Die Politik müsse daher endlich Schritte setzen, um den Studierenden ein Arbeiten unter akzeptablen Bedingungen zu ermöglichen.

Im Bildungsministerium betonte man auf APA-Anfrage, die Sorgen Badelts durchaus zu sehen. Allerdings habe man bereits einiges zur Verbesserung der Lage der WU beigetragen: So sei etwa im Ministerrat am 17. September die Vorziehung der Generalsanierung der WU beschlossen worden. In den vergangenen beiden Jahren habe die WU außerdem etwa zehn Millionen Euro aus dem Mitteln für die "Universitätsmilliarde" zur Verfügung gestellt bekommen. (APA)

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