Mehr Chancen für Frauen am Arbeitsmarkt

3. Oktober 2002, 19:06
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EU-Initiative "Equal" unterstützt Projekt in Vorarlberg +++ Modellprojekt "Equalize" in Kärnten

Bregenz - Die Gemeinschaftsinitiative "Equal" will Diskriminierung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt bekämpfen und Ungleichheiten aufspüren. Vorarlberg bekommt 1,4 Millionen Euro aus dem EU-Topf und will damit Frauen und Männer fördern. Letztere bei der Familienarbeit. Mit den Equal-Mitteln wird drei Jahre lang das Projekt "F&M Power" finanziert.

Das Ziel, so Frauenlandesrätin Greti Schmid (VP): Frauen und Männer (F&M) sollen "gemeinsam stark in Beruf und Familie" werden. Zur leichteren Bewältigung von Berufs- und Familienarbeit wird die Kinderbetreuung ausgebaut, verspricht Schmid.

Durch gezielte Hilfestellung bei der Berufs- und Karriereplanung im Rahmen von Seminaren und Coachings soll der Wiedereinstieg für Frauen leichter, die Karenz für Männer populärer werden. Mit einem Mentoring-Programm bietet das Fraueninformationszentrum Femail im Rahmen von F&M Power eine neue Strategie, die Ausstiegsrate nach der Karenz zu verringern. Über Mentorinnen und Mentoren wird der Kontakt zum Betrieb während der Karenz gehalten. 50 Betriebe sollen für die Versuchsphase gewonnen werden. Mit einer Wanderausstellung soll zum Einstieg in die Erwerbsarbeit ermuntert werden. (jub, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 4.10. 2002)

Verbesserung der Bedingungen für Frauen am Kärntner Arbeitsmarkt

Klagenfurt - Das Frauenreferat des Landes Kärnten hat indes das EU-Projekt "Equalize" vorgestellt. Dieses Projekt, an dem sich 17 Partnerorganisationen beteiligen, ist ein dreijähriges Modellprojekt zur Verbesserung der Arbeitsmarktbedingungen für Frauen in Kärnten. Landesrätin Dr. Schaunig-Kandut wies auf die weiterhin in Europa unverändert bestehende Einkommensschere von rund 30 % hin, welche insbesondere ein Problem für die große Zahl der Alleinerzieherinnen und in weiterer Folge eine Armutsbedrohung für Frauen im Pensionsalter darstellt.

In Form von Coaching werden rund 70 Frauen einer Lebens- und Berufsplanung zugeführt, was zu einer durchgängigen Karriereplanung und damit zur Verbesserung der eigenständigen existenziellen Absicherung von Frauen führen soll. Die Einkommensunterschiede ergeben sich erst durch Berufspausen und führen bis zum Pensionsalter in Höhen von bis zu 60 %. Im Projektzeitraum werden eigene Coachingkonzepte entwickelt, die einer entsprechenden Maßnahmensetzung zur Verfügung stehen werden.

Weiters werden 24 Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen, wie z.B. Allergie einer Friseurin gegen Chemikalien, ihren Beruf nicht mehr ausüben können, in den Bereich Technik umgeschult und beim Berufsfindungsprozess begleitet.

Rund 470 EntscheidungsträgerInnen und LehrerInnen, sowie 250 Schülerinnen und Schüler werden in Veranstaltungen nähere Informationen und Beratung in Fragen der Berufswahl, eigenständiger Existenzsicherung, Karenz- und Lebens- bzw. Berufsplanung erhalten.

Drei Jahre werden die 17 Partnerinnen und Partner mit den von der EU und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit genehmigten 1,5 Mio Euro Aktivitäten zugunsten der weiblichen Kärntner Bevölkerung durchführen und neue arbeitsmarktpolitische Modelle entwickeln. (red)

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