Fossil bestätigt Theorie der "kambrischen Explosion"

3. Oktober 2002, 20:46
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Praktisch alle heutigen Tierstämme gehen auf enorme Auffächerung des Lebens innerhalb relativ kurzer Zeit zurück

Washington - Chinesische Forscher haben das Fossil eines etwa 520 Millionen Jahre alten Pfeilwurmes entdeckt, das die Theorie von der "kambrischen Explosion" zu bestätigen scheint. Ihr zufolge stammen praktisch alle modernen Tierstämme aus dem kambrischen Zeitalter vor etwa 545 bis 490 Millionen Jahren. Das jetzt gefundene winzige Fossil ist das zweite bislang bekannte vom Pfeilwurm-Stamm Chaetognatha, heißt es im amerikanischen Wissenschaftsjournal "Science".

Das Wurmfossil wurde von Jun-Yuan Chen und Kollegen am Nanjing-Institut für Geologie und Paläontologie (Nanjing) im chinesischen Maotianshan-Schiefergebirge entdeckt. Dieses gilt neben dem Burgess-Schiefer in der kanadischen Provinz Britisch-Columbia als bester Fundort für kambrische Fossilien. Derzeit gibt es noch 100 lebende Arten des Pfeilwurms Chaetognatha, schreibt Chen in "Science". Sie leben in Meeren über alle Welt verteilt.

Das in China identifizierte Exemplar wird der Art Eognathacantha ercainella zugeordnet. Es ist ein ausgewachsener Wurm von 25 Millimeter Länge. Das Team aus Nanjing vermutet, dass der Körper vergleichsweise starr war. Mehrere Charakteristika geben ihn als Pfeilwurm zu erkennen, darunter sein Kopf, der breiter ist als der Leib, "Greifzangen" am Kopf und eine dehnbare "Kapuze" zwischen seinem Körper und dem Leib. In mehreren klitzekleinen Knochenstrukturen im Vorderteil des Kopfes sehen die Forscher Zähne. (APA/dpa)

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    Blick ins Kambrium

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