Dorotheum altmeisterlich

3. Oktober 2002, 13:12
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Rembrand-Schüler überraschte

Wien - Ein traditioneller Höhepunkt der bis 4. 10. laufenden Auktionswoche im Wiener Dorotheum war die Versteigerung Alter Meister am Mittwoch. Insgesamt wurden bei der Auktion, bei der besonders viele italienische Interessenten Werke erwarben, 4,15 Millionen Euro umgesetzt.

"Die Opferung der Tochter Jephtas" und "Joseph wird von seinen Brüdern verkauft", zwei kleinformatige Gegenstücke des Genremalers Johann Georg Platzer (1704-1761), brachten 180.000 Euro ein. Ursprünglich waren sie ein Geschenk Kaiser Josef II. an eine österreichisch-ungarische Adelsfamilie.

Mehr als den vierfachen Schätzpreis, 145.000 Euro, bot ein Liebhaber aus den USA für das "Bildnis der schönen Saskia", der Ehefrau Rembrandts. Es stammt von Govert Flinck (1615-1660), einem Schüler Rembrandts. Weit über den Erwartungen erfolgte der Zuschlag für das Gemälde "Herkules bekämpft die Hydra" der Scuola bolognese um 1700 (132.000 Euro).

Jeweils auf 114.000 Euro kletterten die Angebote für Gaspare Dizianis (1689-1767) Bild "Urteil des Midas", so wie für Giulio Carpionis (1613-1679) mythologische Szene "Rea täuscht ihrem Gemahl Kronos mit einem in Windel gewickelten Stein die Übergabe ihres neugeborenen Sohn Zeus vor". Ein österreichischer Sammler ersteigerte um 101.200 Euro Roelant Saverys (1576-1639) "Landschaft mit Kühen, Hirschen und Wasservögeln".

Weiters im Angebot waren als Toplose Lucas von Valckenborchs (1535-1597) "Kaiserlicher Waldspaziergang vor dem Schloss Neugebäude in Wien" mit einem Schätzpreis von 270.000 bis 300.000 Euro, so wie das Bild "Fröhliche Tischgesellschaft mit Köchin, Geflügelhändler und Stillleben" von Cornelis Cornelisz van Haarlem (1562-1638) zum Schätzpreis von 150.000 Euro. Beide Werke stehen laut Dorotheum kurz vor dem Verkaufsabschluss. "Ariadne überreicht Theseus am Eingang des Labyrinths das rettende Wollknäuel" von der Österreicherin Angelica Kauffmann (1741-1807) wurde noch nicht verkauft. (APA)

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