Mordfall Jennifer: Tatverdächtiger festgenommen

3. Oktober 2002, 12:18
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Der Mord an der 16-jährigen Deutschen ist offenbar aufgeklärt

Neumünster - Der Mord an der 16-jährigen Jennifer ist offenbar aufgeklärt: Unter dringendem Tatverdacht nahm die Polizei einen 37-jährigen Mann fest, der wegen mehrerer gewalttätiger Sexualverbrechen bereits langjährige Haftstrafen verbüßt hat, wie Staatsanwaltschaft und Polizei am Mittwoch in Neumünster mitteilten. Auch bei dem Mord an Jennifer gehen die Ermittler von einem Sexualverbrechen aus. Der Mann wurde bereits am Montag gefasst und sitzt in Untersuchungshaft.

"Erhebliche Auffälligkeiten"

Ein Hinweis aus der Bevölkerung brachte die Ermittler auf die Spur des mutmaßlichen Täters. Der 37-Jährige habe sich unmittelbar vor der Ermordung in der Nähe des Tatortes aufgehalten. Zudem seien bei ihm in den Tagen nach der Tat "erhebliche Auffälligkeiten" festgestellt worden. Die Ermittlungen ließen erkennen, dass die Tat von sexuellen Motivationen geprägt sei. Man gehe daher davon aus, dass Jennifer ermordet worden sei, um ein Sexualverbrechen zu verdecken. Zu den Tatvorwürfen äußerte sich der Mann bisher nicht.

Zeugin

Die 16-Jährige war am 20. September zuletzt lebend gesehen worden, als sie sich mit einer Freundin in der Innenstadt von Neumünster getroffen hatte. Eine Woche später fand die Polizei die Leiche der Auszubildenden nur wenige hundert Meter von ihrer Wohnung entfernt hinter eine Hecke in der Nähe des Bahnhofes. Eine Zeugin hatte beobachtet, dass das Mädchen von dem mutmaßlichen Täter angegriffen und in eine Hecke gezerrt worden war. Sie hatte ihre Beobachtung allerdings erst eine Woche später der Polizei mitgeteilt, da sie von einem normalen Streit eines Paares ausgegangen war.

Aufklärung

Zuvor waren mehrere Suchaktionen der Polizei erfolglos verlaufen. Dabei wurden Bundeswehr-Tornados für Infrarot-Aufnahmen eingesetzt, der Stadtwald war durchkämmt und drei Gewässer von Polizeitauchern abgesucht worden. Auf einem ehemaligen Kasernengelände fand die Polizei Kleidungsstücke des Opfers. Die Eltern von Jennifer, die auf Rügen leben, hatten bis zuletzt gehofft, ihre Tochter lebend wiederzusehen. Das Mädchen hatte erst im August eine Ausbildung in einem Elektrogeschäft in Neumünster begonnen.

Polizei und Staatsanwaltschaft betonten, man wolle die Tat in allen Einzelheiten aufklären und setze daher weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung. (APA)

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