Puma setzt zum Sprung an

3. Oktober 2002, 13:22
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Life- und Sportausrüster verdoppelt Gewinn, baut "Concept Shops"-Kette aus und will "zur begehrtesten Marke der Welt werden"

Rotterdam (APA/dpa) - Das deutsche Sportartikelunternehmen Puma AG will zur begehrtesten Sportlifestyle-Marke der Welt werden. Dazu soll das auf 2 Mrd. Euro geschätzte Potenzial der Marke aus konsolidierten und Lizenzumsätzen verstärkt genutzt werden, kündigte der Puma-Vorstandsvorsitzende Jochen Zeitz bei einer Präsentation am Donnerstag in Rotterdam an.

Über die Begehrtheit der Marke strebe das Unternehmen aus Herzogenaurach kontinuierliches Wachstum an, betonte er. "Unser Ziel ist nicht, das größte Unternehmen der Branche zu werden", versicherte Zeitz. Er rechnet für die Jahre bis 2006 mit durchschnittlich zweistelligen Zuwachsraten beim konsolidierten Umsatz und Gewinn der Firmengruppe.

Gewinn verdoppelt

Puma hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres nach seinen Angaben einen Vorsteuergewinn von 100 Mill. Euro erreicht und damit das Ergebnis des gleichen Vorjahreszeitraums (47 Mill. Euro) mehr als verdoppelt. Für das Gesamtjahr wird ein Vorsteuergewinn von 106 Mill. Euro (2001: 57 Mill. Euro) erwartet. Damit wurde die Prognose erneut von zuletzt 100 Mill. Euro erhöht.

Der Umsatz ist in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 52 Prozent auf mehr als 700 Millionen Euro (2001: 474 Mill. Euro) gestiegen. Für das Gesamtjahr wird ein konsolidierter Umsatz von 870 Mill. Euro erwartet bei einem weltweiten Markenumsatz von 1,3 Milliarden Euro, berichtete Zeitz. Der Auftragsbestand liege um 60 Prozent über dem Vorjahr.

Die Geschäftsbank Morgan Stanley & Co hat am 23. September ihren Anteil an der Puma AG auf 5,48 Prozent aufgestockt. Damit ist die Bank zweitgrößter Einzelaktionär hinter Monarchy/Regency (39,38 Prozent). Zeitz schloss für die nächste Zeit Ankäufe von Unternehmen aus, die nicht schon mit Puma verbunden sind.

"Concept Stores"

In seiner neuen Entwicklungsphase will Puma zehn Prozent seiner konsolidierten Umsätze über eigene Einzelhandelsunternehmen erwirtschaften. Dabei soll es Ende dieses Jahres weltweit 15 so genannte Sportboutiquen geben, darunter die erste von zwei geplanten deutschen Niederlassungen dieser Art ab November in Frankfurt am Main. Weitere Boutiquen gibt es unter anderem in Paris, Rom, Mailand, Tokio sowie in New York und sechs anderen US-Städten. Bis 2006 soll es weitere 25 dieser "Concept Stores" geben, sagte Zeitz.

Standortsuche auch in Wien

Auch in Wien ist der Sportartikel-Gigant auf der Suche nach einer geeigneten Adresse. "Wir sind sehr interessiert, haben aber noch keine konkreten Standort", sagte Zeitz heute zur APA.

Langfristig erwartet Puma, dass Europa als größte Verkaufsregion etwa 53 Prozent des weltweiten Markenumsatzes erwirtschaftet. 25 Prozent sollen auf Nord- und Südamerika entfallen, 21 Prozent auf den asiatisch pazifischen Raum.

"Wir wollen erreichen, dass unsere Kunden immer hungrig auf mehr Puma-Produkte sind", umschrieb Zeitz die Philosophie des Unternehmens aus Herzogenaurach. Puma beschäftigt derzeit weltweit 2500 Mitarbeiter (2001: 1600).(APA/Reuters)

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