Gründer Escriva wird am 6. Oktober heilig gesprochen

3. Oktober 2002, 12:23
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Nicht nur die ungewöhnlich schnelle Seligsprechung Escrivas 1992 wird kritisiert - lediglich 17 Jahre nach dem Tod des Priesters...

Wien - Papst Johannes Paul II. wird am 6. Oktober den Gründer des Opus Dei, Don Josemaria Escriva de Balaguer y Albas, Graf von Peralta (1902-1975), heilig sprechen. Die Heiligsprechung Escrivas ist umstritten. Kritiker werfen der Opus Dei Organisation vor, sie sei extrem konservativ bis reaktionär, geheimbündlerisch und machtbesessen. Sie habe dem faschistischen Franco-Regime in Spanien nahe gestanden. Nach eigenen Angaben hat sie heute über 80.000 Mitglieder, die meisten in Spanien.

Die Heiligsprechung am 6. Oktober erfolgt nur wenige Jahre nach der umstrittenen Seligsprechung 1992 . Selige dürfen in Regionalkirchen verehrt werden, Heilige von der gesamten Weltkirche.

Papst Johannes Paul II. - Gönner des Opus Dei

Papst Johannes Paul II. gilt als ausgesprochener Gönner des Opus Dei. So wurde die ungewöhnlich schnelle Seligsprechung Escrivas 1992 kritisiert, lediglich 17 Jahre nach dem Tod des Priesters. Auch Vatikansprecher Joaquin Navarro Valls ist ein Opus-Dei-Mann.

Förderer der Bewegung in Österreich ist Kardinal Franz König

Die Arbeit des Opus Dei in Österreich begann 1957 in Wien. Förderer der Bewegung war und ist Kardinal Franz König. Es gibt heute 350 Mitglieder in Österreich. Die Zahl der enger mit der Prälatur verbundenen Sympathisanten wird mit 1.000 angegeben. Seit 1989 ist das Opus Dei in Gestalt des Vorarlberger Diözesanbischofs Klaus Küng auch in der österreichischen Bischofskonferenz vertreten.

1928 in Madrid durch Escriva gegründet

Die Priester- und Laienorganisation Opus Dei (Werk Gottes) gilt als eine der einflussreichsten Organisationen in der römisch-katholischen Kirche. Der spanische Priester Josemaria Escriva de Balaguer (1902-1975) gründete sie 1928 in Madrid. Ihre heute über 85.000 Mitglieder in etwa 80 Ländern der Erde verfolgen das Ziel einer "Heiligung des Alltags": Sie sollen ihr Leben und ihre Arbeit ganz in den Dienst Gottes stellen, Gesellschaft und Staat "christianisieren". Außerdem gibt es strenge Gehorsams- und Bußregeln für die Mitglieder.

Christianisieren

"Wir haben den Ehrgeiz, die Institutionen der Völker, der Wissenschaft, der Kultur, Zivilisation, Politik, Kunst und sozialen Beziehungen zu heiligen und zu christianisieren", heißt es in einer Opus-Dei-Zeitschrift. Sprecher weisen Kritik zurück, man versuche wie ein "Geheimbund" systematisch Mitglieder in Schaltstellen der Gesellschaft einzuschleusen. Auch Bischöfe und Kardinäle gehören dem Opus Dei an oder sympathisieren mit der Organisation.

Schlagzeilen in den 80er Jahren

Mehrere Universitäten und andere Bildungsstätten - vor allem in Spanien, wo die große Mehrheit der Mitglieder lebt - werden von der Organisation betrieben. Auch Zeitungen und Rundfunkanstalten gelten als Opus-Dei-orientiert. Vor allem in den 80er Jahren machte der Orden Negativ-Schlagzeilen: Ehemalige Mitglieder berichteten, von fragwürdigen und sektenähnlichen Bekehrungsversuchen, vor allem bei jungen Leuten. (APA)

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    Josemaria Escriva

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