Opus Dei

3. Oktober 2002, 09:59
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Zwischen "Geheimbund" und konservativ-papsttreuen Orden - Die Arbeit für Österreich begann 1957 in Wien

Wien - Das "Opus Dei" (Werk Gottes) ist eine Personalprälatur der katholischen Kirche. Die "Societas sacerdotalis Sanctae Crucis et Opus Dei" wurde am 2. Oktober 1928 in Madrid von Don Josemaria Escriva de Balaguer y Albas, Graf von Peralta (1902-1975), gegründet, dessen Heiligsprechung durch Papst Johannes Paul II. bevorsteht. Heute gehören der Prälatur 80.000 Personen aus den fünf Kontinenten an.

Arbeit des Opus Dei in Österreich begann 1957 in Wien

Die Arbeit des Opus Dei in Österreich begann 1957 in Wien. Später wurden Zentren in Graz (1968), Salzburg (1983), Markt Piesting (1984) in Niederösterreich - ein Tagungshaus - sowie Innsbruck (1987), Dornbirn und Linz (1999) errichtet. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks nahm das Opus Dei auch die Arbeit in Ungarn und in der ehemaligen Tschechoslowakei auf. In Prag und Budapest wurden 1991 und 1992 die ersten Zentren errichtet, in Preßburg 1996, in Brünn 1999. Auch in Kroatien hält das Opus Dei von Österreich aus religiöse Bildungskurse.

350 Mitglieder in Österreich

Der Sitz der Regionalleitung ist Wien. Es gibt heute 350 Mitglieder. Die Zahl der enger mit der Prälatur verbundenen Sympathisanten wird mit 1.000 angegeben. Seit 1989 ist das Opus Dei in Gestalt des Vorarlberger Diözesanbischofs Klaus Küng auch in der österreichischen Bischofskonferenz vertreten.

Grundidee des Opus Dei ist die "Heiligung der Arbeit"

Die Grundidee des Opus Dei ist die "Heiligung der Arbeit". Im Opus Dei sind die Priester in der Minderheit (in Österreich gibt es nur 20). Die meisten Mitglieder sind verheiratete Laien, die in ihrem Beruf weiter tätig sind. "Jeder ehrbare Beruf kann ein Weg zu Gott sein", so die Philosophie der Bewegung. Dem Opus Dei in Österreich gehören nach Angaben der Prälatur u.a. Ärzte, Rechtsanwälte, Lehrer, Hausfrauen, Bauern, Krankenschwestern, Musiker, Schauspieler, Komponisten und sogar ein Rauchfangkehrer an - nicht jedoch Politiker, "nicht weil es nicht sein dürfte, sondern weil es sich noch nicht ergeben hat", heißt es.

Zwischen "Geheimbund" und konservativ-papsttreu

Das Opus Dei gilt als "konservativ" und "papsttreu". Der Vorwurf, es handle sich um einen "Geheimbund", wird stets heftig dementiert. In Escrivas Geburtsland Spanien, wo das Opus ein Wirtschaftsimperium aufgebaut hatte und 1969 in den Strudel des "Matesa"-Korruptionsskandals geraten war, wurde es vielfach als "logenähnliches Gebilde" oder "heilige Mafia" angegriffen. Auf politischer Ebene bemühten sich seine profiliertesten Exponenten in der Franco-Regierung, wie die Minister Laureano Lopez Rodo oder Gregorio Lopez Bravo, in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre um eine "Modernisierung des Franquismus", wobei sie die Kontrolle über wichtige Teile des Staatsapparats übernehmen konnten. (APA)

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