Der Hype frisst seine Kinder

3. Oktober 2002, 10:56
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Die Linux-Revolution ist vorbei - die "Gründerväter" verlassen ihre Unternehmen

Red Hat, VA Linux, LinuxCare, Caldera und TurboLinux klingende Namen in der Linux-Branche und Vorzeigefirmen zur Zeit des Booms rund um das Open-Source-Betriebssystem. Diese Firmen waren die ersten die einen echten Markt für die freie Software sahen und Linux zu einer weltweiten Verbreitung verhalfen. Doch nun scheint die Boom-Zeit vorbei, weniger Unternehmenswert, weniger Personal und eine ungewisse Zukunft mit abgeschwächte Perspektiven lassen viele Linux-Revolutionäre in andere Branchen wechseln.

Linux, Buggies und Wi-Fi

So hat etwa Art Tyde im letzten Jahr sein Open-Source-Startup Linuxcare verlassen, da Probleme im Managment, ein Markteinbruch und fehlgeschlagene Kooperationen die Anfangseuphorie trübten und einen längeren Verbleib im Unternehmen unmöglich machten. Wie Tyde gegenüber dem Magazin Wired erklärte, verbrachte er die kommenden Monate in der Chocolate Mountain Gunnery Range in Yuma, Kalifornien und fuhr mit einem Strandbuggy durch die Gegend. Der aufkommende Wunsch nun Privatdetektiv zu werden, wurde wieder ad-acta gelegt und so landete Tyde als Manager beim Wi-Fi-Gateway-Startup Sputnik.

Von RedHat zum "Zirkus"

Auch RedHat-Gründer Bob Young suchte nach neuen Aufgaben und fand diese in seinem Unternehmen Lulu Enterprises und dem Lulu Tech Circus. Die Idee für diese Unternehmung kam Young bei einem Interview mit einem Journalisten der ihn fragte, ob er nicht nach dem Platzen der Linux-Blase einen "richtigen" Beruf ausüben wolle. Auch ein anderer Red Hat-Gründer tat es Young gleich: Marc Ewing ist nun Gründer und Herausgeber eines Bergsteiger-Magazins namens "Alpinist", das im November in den Handel kommen soll.

Viele Jahre nur Pizza und Cola

Ewing hatte Red Hat bereits im Jahr 2000 verlassen und hatte nach eigenen Angaben dringend körperliche Ertüchtigung notwendig. "Ich musste in Form kommen nach all den Jahre mit Pizza und Cola", so Ewing. Also entschied sich der Ex-Manager für Bergsteigen und fand bald heraus, dass ihm ein geeignetes Magazin auf diesem Gebiet fehlte.(red)

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