Vorbeugende Programme gegen Fettleibigkeit von Kindern

3. Oktober 2002, 12:10
4 Postings

Präsident der Deutschen Adipositas- Gesellschaft fordert Umdenken: meist herrscht "Reparaturmedizin" vor

Dresden - Der Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, Professor Alfred Wirth, hat vorbeugende Programme gegen Übergewicht und Fettleibigkeit gefordert.

"Nötig ist ein Umdenken von der kurativen zur präventiven Medizin", sagte Wirth zu Beginn der 18. Tagung der Gesellschaft am Donnerstag in Dresden. Bis Samstag diskutieren in der Elbestadt mehr als 700 Wissenschafter aus dem In- und Ausland über Vorbeugung und Therapie für Übergewichtige.

"Reparaturmedizin"

In Deutschland herrsche die "Reparaturmedizin" vor. Europäische Länder wie Finnland seien weiter, initiierten Programme in Schulen und Betrieben. "Dort ging die Herzinfarkt- und Diabetesrate zurück." In Deutschland dagegen beklage sich die Politik immer noch über explodierende Kosten der Folgekrankheiten wie Bluthochdruck und Schlaganfall.

"Es geht nicht nur um die körperliche, sondern auch um die seelische Gesundheit der Leute", sagte Wirth. "Hauptursache von Übergewicht und Fettleibigkeit ist körperliche Inaktivität, die Fehlernährung ist nachrangig." Das fange bei Kindern an, die ihre Freizeit vor dem Fernseher oder Computer statt mit Fußballspielen verbringen.

Sportliche Defizite

Seit der Pisa-Studie werde über Defizite der intellektuellen, aber nicht der sportlichen Art diskutiert. "Dabei haben wir in Schulen ein sportliches Defizit." Bei Kindern und Jugendlichen haben laut Wirth zehn Prozent deutlich, rund 25 Prozent leichtes Übergewicht. "Warum führt man in der Schule nicht ein Fach zu gesunder Lebensweise und Ernährung ein?", fragte Wirth. Übergewichtige sollten sich im Alltag mehr bewegen. Wer einen Arbeitsweg von unter 15 Kilometer habe, soll mit dem Fahrrad fahren, riet Wirth. (APA/dpa)

Share if you care.