Merrill-Lynch-Assistent bekennt sich schuldig

3. Oktober 2002, 09:16
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Behörden untersuchen möglichen Insiderhandel durch die US-Unternehmerin Martha Stewart

New York - Der Merrill-Lynch-Maklerassistent Douglas Faneuil (26) hat sich am Mittwoch schuldig bekannt, den Behörden Informationen vorenthalten zu haben. Die Behörden untersuchen möglichen Insiderhandel durch die US-Unternehmerin Martha Stewart. Faneuil wolle bei der Untersuchung kooperieren. Dies hat die amerikanische Wirtschaftsagentur "Bloomberg" berichtet.

Insiderhandel?

Die Justizbehörden versuchen offensichtlich herauszufinden, ob Martha Stewart, die Chefin der Firma Martha Stewart Living Omnimedia Inc. und TV-Show-Moderatorin, im vergangenen Jahr Insider- Informationen hatte, als sie knapp 4.000 Aktien der Biotechnologiefirma ImClone einen Tag vor der Ablehnung eines Krebsmedikament-Zulassungsantrags durch die Aufsichtsbehörde FDA verkauft hatte. Die ImClone-Aktien waren stark gefallen, nachdem dies offiziell bekannt gegeben worden war.

Samuel Waksal, der ehemalige ImClone-Gründer und ehemalige Chef des Biotech-Unternehmens, war bezichtigt worden, er habe diese Information vorzeitig am 26. Dezember vergangenen Jahres erhalten. Am nächsten Tag sollen Waksal-Familienmitglieder versucht haben, ImClone-Aktien zu verkaufen. Waksal war im August des Insiderhandels und Bankbetrugs bezichtigt worden.

Minimale Strafe

Der Stewart-Name und der ihres Merrill-Lynch-Maklers Peter Bacanovic wurden allerdings in den Faneuil-Gerichtsunterlagen nicht genannt. Faneuil arbeitete für Bacanovic. Stewart war mit Waksal befreundet. Faneuil gab zu, er habe nicht wahrheitsgemäß offenbart, was er über den Verkauf von 3928 ImClone-Aktien durch einen Merrill-Lynch-Kunden wusste. Ihm droht ein Jahr Gefängnis, doch dürfte er nach Ansicht von US-Rechtsexperten wegen seiner Aussagebereitschaft wahrscheinlich nur eine minimale Strafe erhalten.

Stewart hatte behauptet, sie habe ihrem Makler den Auftrag gegeben, ihre ImClone-Aktien zu verkaufen, sobald sie unter 60 Dollar fallen sollten. Die Ordnungshüter und die Justiz wollen jedoch offensichtlich herausfinden, ob sie vorher einen Insidertip erhalten hatte. (APA/dpa)

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