Barbados: Anti-Rassismus-Konferenz schließt Weiße und Asiaten aus

3. Oktober 2002, 11:20
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"Dies ist ein afrikanisches Familientreffen" erklärte Sprecherin der britischen Delegation

Bridgetown - Die Delegierten einer Anti-Rassismus-Konferenz auf der Karibikinsel Barbados haben alle Weißen und Asiaten von der Teilnahme ausgeschlossen. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass die Diskussion über Folgen der Sklaverei für einige Delegierte zu traumatisch wäre, wenn Nicht-Schwarze daran teilnähmen.

"Dies ist ein afrikanisches Familientreffen, und deshalb sollten sie nicht mit uns zusammensitzen und diskutieren", erklärte am Mittwoch eine Sprecherin der britischen Delegation, die den mehrheitlich angenommenen Antrag eingebracht hatte. Danach verließen etwa ein Dutzend Weiße und zwei Asiaten die Konferenz in Bridgetown. "Ich denke, dies ist ein Fehler", sagte der weiße Kameramann Doug Norbeg aus den USA, der einen Film über die Veranstaltung drehen sollte.

Die fünftägige Tagung folgt der UNO-Konferenz gegen Rassismus vom August vergangenen Jahres. Veranstalter sind mehrere Nichtregierungsorganisationen wie der Kongress gegen Rassismus Barbados und der in den USA ansässige Kongress von Menschen afrikanischer Abstammung. Die Teilnehmer berieten unter anderem über eine geplante Klage gegen Frankreich auf Rückzahlung von 150 Millionen Gold-Francs, die Haiti 1838 für die Anerkennung seiner Unabhängigkeit zahlte. (APA)

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