NGOs kritisieren Verletzung von Kinderrechten durch Israel

3. Oktober 2002, 07:21
posten

Kollektivstrafen wie Ausgangssperren, Abriegelungen und Zerstörung von Häusern beeinträchtigen das Recht auf Bildung und Gesundheit der Kinder

Genf - Eine Gruppe von Nichtregierungsorganisationen (NGO) hat am Mittwoch in Genf Israels Verstöße gegen die Rechte der Kinder angeprangert. Anlass war die Unterbreitung des ersten Berichtes Israels an den UNO-Kinderrechtsausschuss. Die palästinensischen NGOs forderten in einem alternativen Bericht von dem UNO-Gremium die Bekräftigung, dass die Konvention über die Rechte des Kindes auch in den besetzten palästinensischen Gebieten gültig sei.

Die NGOs kritisierten Israels Politik der Kollektivstrafen wie Ausgangssperren, Abriegelungen und Zerstörung von Häusern. Dies beeinträchtige das Recht auf Bildung und Gesundheit der Kinder. Sie forderten das UNO-Gremium zudem auf, Informationen über die schlechte Behandlung von Minderjährigen in israelischen Gefängnisses zu verlangen.

Kinder von Konflikten fern halten

Der israelische UNO-Botschafter Yaakov Levy erklärte vor dem UNO-Kinderrechtsausschuss, dass Kinder von Konflikten fern gehalten werden sollten. Sie sollten weder Ziel noch Opfer sein. Levy sagte, dass die palästinensischen Schulbücher zum Hass gegen Israeli anstifteten. Zudem würden Kinder ermutigt, an Demonstrationen gegen Israel teilzunehmen. Palästinensische terroristische Organisationen setzten laut Levy vermehrt Kinder und Jugendliche bei Gewaltakten gegen Israel ein. Der Tod eines Kindes, ob palästinensisch oder israelisch, sei eine Tragödie. Seit September 2000 seien 90 israelische Kinder getötet worden.

Auch die UNICEF prangerte am Mittwoch an, dass Tausende palästinensische Kinder in den besetzten Gebieten wegen der einschränkenden Maßnahmen Israels am Schulbesuch gehindert würden. Einer ganzen Generation Kinder werde das Recht auf Bildung verweigert, erklärte Pierre Poupard, UNICEF-Vertreter in den besetzten Palästinensergebieten. Mehr als 226.000 palästinensische Kinder und 9300 Lehrer könnten nicht zu ihren normalen Klassenzimmer gelangen. Mindestens 580 Schulen seien wegen der von Israel verhängten Ausgangssperren sowie der Abriegelung von Gebieten geschlossen.

UNICEF erinnerte daran, dass Israel als Besatzungsmacht auf Grund der vierten Genfer Konvention sowie der Konvention der Kinderrechte verpflichtet sei dafür zu sorgen, dass jedes palästinensische Kind Zugang zu Bildung hat. (APA)

Share if you care.