Waffenkontrollor Blix informiert UNO Sicherheitsrat

3. Oktober 2002, 06:29
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Ergebnis der Wiener Irak-Gespräche sei Wiederaufnahme der Waffeninspektionen

New York/Washington/Paris/Wien - Der UNO- Chefinspektor für den Irak, Hans Blix, will den Weltsicherheitsrat am Donnerstag im Detail über das Ergebnis seiner Wiener Gespräche unterrichten. Blix hatte sich am Dienstag mit der irakischen Delegation darauf geeinigt, die 1998 abgebrochenen Waffeninspektionen bereits in zwei Wochen wieder aufzunehmen.

US-Präsident George Bush richtete unterdessen eine deutliche Warnung an Bagdad. Die Zeit für die vollständige Umsetzung der UNO- Resolutionen zur Abrüstung der irakischen Massenvernichtungswaffen sei begrenzt. Die Anwendung von Gewalt könne unausweichlich werden, sagte Bush in Washington.

Absprache mit den Irakern auf UNO-Resolutionen gestützt

Probleme für die Sitzung des Sicherheitsrats zeichneten sich bereits ab. Blix hatte seine Absprache mit den Irakern auf UNO- Resolutionen aus dem Jahr 1998 gestützt. Dagegen verlangen die USA und Großbritannien, dass die Inspektoren erst dann nach Bagdad aufbrechen, wenn der Sicherheitsrat eine neue, scharfe Resolution mit strikteren Kontrollmaßnahmen und der Androhung eines Militärschlags bei mangelnder Kooperation seitens Bagdad verabschiedet hat.

Am Mittwoch hatte sich US-Präsident George W. Bush mit Vertretern des Abgeordnetenhauses auf eine Irak-Entschließung verständigt. Er erwarte nun auch einen Durchbruch im Senat, sagte Bush bei einem gemeinsamen Auftritt mit führenden Kongress-Politikern im Rosengarten des Weißen Hauses. Die Resolution werde Freunden und Feinden die Entschlossenheit der USA zeigen, die Nation vor Aggressoren zu schützen.

Entschließungsentwurf

Der mit den Spitzen des Abgeordnetenhauses abgestimmte Entschließungsentwurf gibt Bush die Vollmacht zu einem Militärschlag gegen Irak, wenn alle diplomatischen Mittel versagen. Bush wies darauf hin, dass niemand einen militärischen Konflikt herbeisehne. "Die USA suchen niemals den Krieg, es sei denn, er ist notwendig, um die Sicherheit zu verteidigen", erklärte der Präsident. Der Irak habe eine einzige Wahl: sich den UNO-Resolutionen zu fügen. (APA/dpa/ag.)

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