Abidjan: Zehntausende demonstrieren für Präsident Gbagbo

2. Oktober 2002, 19:56
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Rebellen nehmen neue Stadt im Norden des Landes ein

Abidjan - Zehntausende Einwohner des westafrikanischen Staates Cote d'Ivoire (Elfenbeinküste) haben am Mittwoch am Regierungssitz Abidjan friedlich für ihren Präsidenten Laurent Gbagbo demonstriert. Auf ihrem Marsch durch die Straßen der Metropole, der von Anhängern Gbagbos und des früheren Präsidenten Henri Konan Bedie organisiert worden war, forderten die Demonstranten den Abzug der aufständischen Soldaten aus der Mitte und dem Norden des Landes. Dort festigten die Rebellen derweil ihre Machtbasis. Übereinstimmenden Berichten zufolge nahmen die Aufständischen auch die Stadt Bouna im Grenzgebiet zu Ghana und Burkina Faso ein.

Die Demonstranten in Abidjan protestierten auch gegen den Nachbarstaat Burkina Faso, der von regierungsnahen Medien als Urheber der Rebellion bezeichnet wird, sowie gegen die einstige Kolonialmacht Frankreich, die Truppen in das westafrikanische Land schickte. Die von der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten entsandte multinationale Friedensstreitkraft, die einen Puffer zwischen den Rebellen und den Regierungstruppen bilden soll, wurde ebenfalls lautstark kritisiert. Der Marsch der Demonstranten endete am so genannten "Monument der Märtyrer", das der Opfer der blutigen Unruhen von 2000 gedenkt. (APA)

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