Erfolgskontrolle per Computer

3. Oktober 2002, 11:26
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Plattform "Learn@WU" soll Wirtschaftsstudierenden die Studieneingangsphase erleichtern

Mit Start der neuen Studienpläne wird es ab diesem Wintersemester für alle sechs Studienrichtungen der Wirtschaftsuniversität Wien auch eine gemeinsame Eingangsphase geben. Studierenden und Lehrenden wird dafür ein flächendeckendes E-Learning-Programm zur Verfügung gestellt: "17 Kurse mit je 30 Unterrichtseinheiten werden 2000 bis 2500 Studierenden gleichzeitig online angeboten", sagt Rektor Christoph Badelt. Das Pilotprojekt "Learn@WU" soll die Lehrveranstaltungen aber nicht ersetzen: "Wir wollen keine Fernuniversität werden, sondern den Studierenden damit nur die Eingangsphase erleichtern, damit sie rasch studieren und jene, die nicht für das Studium geeignet sind, das auch früh erkennen können."

Zu den abgedeckten Fachdisziplinen zählen etwa Marketing, Wirtschaftsinformatik, Rechtswissenschaften oder Sprachen. Mit Passwort können die Studierenden rund um die Uhr in die Plattform einsteigen, wo sie Inhalte und Ziele der Lehrveranstaltungen, Prüfungsfragen, Musterklausuren mit Auswertungstools zur Prüfungsvorbereitung und Erfolgskontrolle sowie Lernhilfen finden. Ein "Community System" soll außerdem den Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden fördern, auf Anfrage stehen via Internet auch Betreuer zur Verfügung.

Weltweites Unikat

Laut Wilfried Schneider von der WU-Abteilung für Wirtschaftspädagogik ist das E-Learning-Projekt in dieser Dimension weltweit einzigartig. Die Kosten dafür betragen drei Millionen Euro, die vom Bund aus der Uni-Milliarde finanziert werden. In den nächsten drei Jahren soll das Angebot ausgebaut werden und eventuell für höhere Semester zur Verfügung stehen.

Für alle Großprüfungen der Studieneingangsphase wird übrigens aus Platzmangel an der WU auf die Wiener Stadthalle ausgewichen: Dort kann man 900 Studierende gleichzeitig prüften. Auslagerungen seien an der Wirtschaftsuni aber nichts Neues, sagt Winfried Schneider: "Buchhaltung I wird zum Beispiel schon lange an Samstagen an der TU Wien geprüft." (Isabella Lechner/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.10.2002)

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