Wissenschaft als Appetithäppchen

3. Oktober 2002, 11:29
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Wer Forschung öffentlich machen will, sollte sein Publikum kennen

"Das Interesse der Öffentlichkeit an wissenschaftlichen Themen muss man genauso erst herstellen, wie jenes für Bildende Kunst oder Theater", weiß Ulrike Felt, Professorin am Institut für Wissenschaftstheorie und -forschung. "Zu lernen, wie sich die Öffentlichkeit für Wissenschaft interessieren könnte, welche Anknüpfungspunkte es gibt, ist ein eigener kreativer Prozess." Nur "Inhalte zu vereinfachen" genüge dafür nicht.

Vor allem sei es wichtig, sich verstärkt damit aus- einanderzusetzen, wen die Botschaft wie erreichen soll - das gelte auch für Universitäten: "Man muss überlegen, aus welchen Wünschen und Vorstellungen heraus die Empfänger sich für ein Thema interessieren - das heißt auch, Wissenschaft in einem neuen Umfeld zu denken, dann entsteht Kommunikation, und die Inhalte kommen an."

Kreativ aktiv

So manches Uni-Institut hat sich bereits etwas einfallen lassen, um ein breiteres Publikum auf sich aufmerksam zu machen: Das Wiener Institut für Publizistik etwa bietet online in einem "Public Relations Transfer Center" Einblick in Forschung und Lehre; am Institut für Ethnologie der Uni Wien macht Medienarbeit bereits 20 Prozent der Aktivitäten aus. Absolventen haben dort eine öffentliche Online-Plattform, außerdem sollen auf der Institutshomepage Vorlesungen bald als Audioprogramm abrufbar sein.

Die Uni Wien selbst setzt unter anderem auf ihre Online-Zeitung "Die Universität": Nach dem Motto "Science goes public" können Forscher dort ihre Ergebnisse veröffentlichen, versteckte interessante Themen werden hier ins Rampenlicht gerückt.

Studierenden bietet der Verein "mnemopol" Raum, ihre Forschungstexte im Netz öffentlich zu präsentieren. (isa/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 3.10.2002)

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    montage: derstandard.at

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