Schweigen zum Welterbebericht

2. Oktober 2002, 19:21
posten

Stadt Wien übermittelt Unesco neuerlich Pläne zu Wien-Mitte

Wien - Gespannt ist wohl jeder auf den Bericht, den die Stadt Wien an die Unesco in Sachen Weltkulturerbe dieser Tage abliefern musste. Aber was drin steht - Informationen gibt es keine dazu. Nicht seitens des Stadtratsbüros. Nicht seitens des Bauträgers für das Wien-Mitte-Projekt. Nicht seitens der Opposition, für die Heinz Christian Strache (FP) "mehr als verwundert" darüber ist, welche Informationspolitik hier verfolgt werde.

Wie DER STANDARD berichtete, stehen die bis zu 97 Meter hohen Wien-Mitte-Türme in der so genannten Pufferzone rund um die Welterbezone. Seit Monaten wird über eine Reduzierung der Turmhöhe gestritten - ohne Ergebnis angesichts gültiger Baubescheide. Gebaut wird ja bereits.

Man bitte um Verständnis, heißt es dazu ihm Büro von Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP) - aber man arbeite erst an einer Kurzfassung zu dem "eher umfangreichen" Konvolut, welches am 1. Oktober an die Unesco-Kommssion in Paris gesandt worden sei. In ein paar Tagen werde die Öffentlichkeit informiert.

Mit Hilfe dieses Informationspakets soll eine wichtige Frage geklärt werden: Erkennt die Unesco für die Wiener Innenstadt das Prädikat "Welterbe" ab oder bleibt es erhalten? Wien könnte zu einem "peinlichen Präzedenzfall" werden, wird befürchtet. Denn noch nie hat die Unesco ein einmal anerkanntes Welterbe wieder rückgängig gemacht. Entscheidend dafür ist das Gutachten von Icomos, jenes Beirats, der die Unesco in dieser Frage berät. Seitens des Beirats wurde mehrmals betont, von der Stadt Wien mangelhaft über die Dimension des Projekts Wien-Mitte informiert worden zu sein. (aw/ DER STANDARD, Printausgabe, 3.10.2002)

Share if you care.