EU stellt Flüchtlingen in südlichem Afrika 30 Millionen Euro bereit

2. Oktober 2002, 17:55
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Lesotho, Malawi, Mosambik, Swasiland, Sambia und Simbabwe von einer Hungersnot bedroht - Gipfeltreffen in Angola

Brüssel - Die Europäische Kommission hat 30 Millionen Euro zusätzliche Hilfsgelder für Flüchtlinge im südlichen Afrika bereitgestellt. Angesichts von bewaffneten Konflikten und Nahrungsmittelknappheit gelte es "zu verhindern, dass aus einer schwierigen Situation eine Katastrophe wird", sagte Entwicklungshilfekommissar Poul Nielson am Mittwoch in Brüssel. Sechs Länder in Südafrika seien von einer Hungersnot bedroht: In Lesotho, Malawi, Mosambik, Swasiland, Sambia und Simbabwe seien insgesamt 13 Millionen Menschen auf Lebensmittel-Hilfen angewiesen. Zudem seien in Angola mehrere Millionen Flüchtlinge zu versorgen.

Die Gelder werden der Notfallreserve des EU-Haushalts entnommen. Im Juli hatte Brüssel beschlossen, Hilfsgelder in Höhe von insgesamt 65 Millionen Euro für das südliche Afrika, Afghanistan und die palästinensischen Autonomiegebiete bereitzustellen.

SADC-Gipfel in Luanda eröffnet

In der angolanischen Hauptstadt Luanda hat am Mittwoch ein Gipfeltreffen der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Afrika (SADC) begonnen. Im Mittelpunkt des zweitägigen Treffens steht die drohende Hungerkatastrophe in der Region. Vor diesem Hintergrund soll auch über Möglichkeiten einer Schuldenerleichterung für die fünf betroffenen Länder Mosambik, Sambia, Simbabwe, Malawi und Lesotho gesprochen werden. Insgesamt gelten 15 Millionen Menschen in der Region als vom Hunger bedroht.

Auch die Hilfe für das nach knapp drei Jahrzehnten Bürgerkrieg darnieder liegende Angola sowie die grassierende Aids-Epidemie stehen auf dem Programm. Es ist das erste Spitzentreffen der Gemeinschaft in Angola. Bei dem Gipfel steht auch die Frage auf dem Programm, ob genetisch veränderter Mais aus US-Nahrungsmittelspenden akzeptabel ist oder nicht. Sambia lehnt ihn bisher ab, Simbabwe, Malawi und Mosambik akzeptieren ihn, allerdings nur in gemahlener Form. Am Rande des Treffens soll hinter verschlossenen Türen das SADC-Land Simbabwe gedrängt werden, die durch die chaotische Vertreibung weisser Farmer und Wahlmanipulationen im Lande entstandene Krise zu beenden.

SADC-Mitgliedsländer sind Angola, Botswana, die Demokratische Republik Kongo, Lesotho, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, die Seychellen, Südafrika, Swaziland, Tansania, Sambia und Simbabwe. Dos Santos fordert größere Selbstständigkeit Afrikas

Die südafrikanischen Staaten müssten unabhängiger werden, um international Gewicht zu bekommen. Dies forderte der angolanische Präsident Jose Eduardo dos Santos, Gastgeber des Gipfels der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC), am Mittwoch in der angolanischen Hauptstadt Luanda. Mehr als 80 Prozent der Entwicklungsprojekte würden nämlich von internationalen Geldgebern unterstützt. Die beteiligten Staaten sollten dazu ihre Politik besser abstimmen und gemeinsame Infrastrukturprojekte vorantreiben, sagte dos Santos.

Der SADC gehören Südafrika, Botswana, Lesotho, Namibia, Swasiland, Tansania, Sambia, Mosambik, Mauritius, Malawi, die Seychellen, Angola, Simbabwe und der Kongo an. Etliche Länder sind auf Grund politischer Konflikte aber praktisch politisch nicht handlungsfähig. In sechs Ländern sind insgesamt 14 Millionen Menschen vom Hunger bedroht. (APA)

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