Kroatische Serbin für Kriegsverbrechen verurteilt

2. Oktober 2002, 17:44
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13 Jahre Haft für Beteiligung an Hinrichtungen an kroatischen Zivilisten

Zagreb - Ein Gericht in der kroatischen Adria-Stadt Zadar hat eine zur serbischen Volksgruppe gehörende Krankenschwester wegen Kriegsverbrechen zu 13 Jahren Haft verurteilt. Zorana Banic (51) sei 1991 an Hinrichtungen von 34 kroatischen Zivilisten im Dorf Skabrnja bei Zadar beteiligt gewesen, zitierte die Nachrichtenagentur Hina am Mittwoch aus dem Urteilsspruch. Es sei nicht festzustellen, ob sie selbst gemordet habe. Sie habe aber zweifelsfrei Menschen aus ihren Häusern verschleppt, bevor sie hingerichtet worden seien.

Verurteilte forderte unabhängiges Verfahren in Den Haag

Banic verlangte unter Protest, an das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag (ICTY) überstellt zu werden. Sie habe in Kroatien kein unabhängiges Verfahren bekommen. Die Frau war im vergangenen Jahr in der Schweiz wegen eines internationalen Haftbefehls festgenommen worden. Für ihre Überstellung nach Kroatien hatte Bern die Aufnahme eines neuen Verfahrens zur Bedingung gemacht.

Bereits 1998 zu 20 Jahren Haft verurteilt

Die aus Kroatien stammende Serbin war bereits 1998 in Abwesenheit zu 20 Jahren Haft verurteilt worden, weil sie als Mitglied paramilitärischer Serben-Verbände Verbrechen begangen haben soll. Damals wurde festgestellt, die Krankenschwester sei an der Erstürmung der Ortschaft Skabrnja am 18. November 1991 beteiligt gewesen. Serbische Einheiten hätten dort überwiegend ältere kroatische Zivilisten getötet und deren Häuser niedergebrannt. (APA/dpa)

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