Brustkrebsvorsorge: Abtasten laut US-Studie sinnlos

5. Oktober 2002, 18:08
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Studie an 266.000 chinesischen Frauen stellt der Eigenuntersuchung ein schlechtes Zeugnis aus

Oxford - Das eigene Abtasten der Brust auf der Suche nach möglichen bösartigen Geschwüren kann regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen durch Mammographie nicht ersetzen. Durch das Abtasten der Brust würden Frauen einen Tumor nicht schneller erkennen als jene, die keine Eigenuntersuchung durchführen. Das ist zumindest das Ergebnis einer elf Jahre laufenden Studie von US-Forschern an 266.000 chinesischen Frauen.

In der Untersuchung hatten die Mediziner um David B. Thomas vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle die Frauen in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt eine Einweisung in das Abtasten der Brust, die andere Gruppe erhielt keine weiteren Informationen zur Früherkennung von Brustkrebs. In beiden Gruppen lag elf bis zwölf Jahre später die Sterblichkeitsrate gleich, berichten die Forscher im Journal of the National Cancer Institute.

Die Eigendiagnose sei daher kein geeignetes Mittel zur Krebsvorsorge - auch nicht für Frauen, die wie die untersuchten Chinesinnen keine Möglichkeit zur Mammographie besitzen. Statt ihren Patientinnen Verfahren zum Abtasten der Brust beizubringen, sollten Ärzte lieber auf mögliche weitere Symptome von Brustkrebs hinweisen, meinen die Forscher. Dazu sollten sie u.a. die Größe und die Form der Brust beobachten und auf Schmerzen und Beschwerden umgehend reagieren. (pte)

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