Hutchison gewinnt NEC als Investor

2. Oktober 2002, 17:25
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Bond-Emission geplatzt

Der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa hat den japanischen Technologie-Konzern NEC als strategischen Investor gewonnen und seine geplante Euro-Bond-Emission storniert. NEC beteilige sich für 73 Mill. Dollar (74,2 Mill. Euro) mit jeweils fünf Prozent an zwei in Asien beheimateten Mobilfunkanbietern, teilte Hutchison am Mittwoch mit.

UMTS-Werthaltigkeit

Die geplante Anleihe über 1,5 Mrd. Euro werde wegen ungünstiger Marktbedingungen nicht begeben. Während der japanische Mobilfunkkonzern NTT DoCoMo zudem seine Beteiligung an der britischen Hutchsion-Mobilfunk-Tochter um Milliarden abschrieb, bekräftigte Hutchison die Werthaltigkeit seiner UMTS-Aktivitäten in Europa. An der Börse gaben die Aktien des Firmenkonglomerats gegen einen behaupteten Markttrend 1,7 Prozent auf 44,10 Hongkong-Dollar (5,75 Euro) nach.

Hutchison gilt in der Mobilfunkbranche als eines der wenigen Unternehmen, dass fern ab vom Heimatmarkt offensiv den Bau von UMTS-Mobilfunknetzen vorantreibt. Der Mischkonzern startete am Mittwoch mit einer begrenzten Teilnehmerzahl als erstes Unternehmen in Europa seine UMTS-Netze in Großbritannien und Italien. "Wir stimmen nicht mit der Logik überein, die hinter der Entscheidung von NTT Docomo zur Abwertung steht", teilte Hutchison mit. Es gebe keinen Grund für Abschreibungen auf die UMTS-Aktivitäten.

sonderabschreibungen

NTT Docomo hatte am Mittwoch Sonderabschreibungen auf seine Beteiligungen an Mobilfunkanbietern in Europa und den USA mit einem Volumen von rund 4,7 Mrd. Dollar vorgenommen. Diese betreffen die 15-prozentige Beteiligung an AT&T Wireless, die 15-prozentige Beteiligung an dem niederländischen Mobilfunkunternehmen KPN Mobile und den 20-Prozent-Anteil an dem britischen Gemeinschaftsunternehmen Hutchsion 3G UK mit dem Hongkonger Konzern. An der Auslandsstrategie solle sich jedoch ungeachtet der Wertberichtigungen nichts ändern, sagte Docomo-Präsident Keiji Tachikawa.

Während Analysten einen Verlustausweis des Unternehmens durch die Abschreibungshöhe erwarten, wollte sich Docomo noch nicht zu den Auswirkungen auf die Gewinnsituation äußern. Im vergangenen Geschäftsjahr 2001/02 (Ende März) hatte Docomo auf seine Auslandsengagements bereits 6,6 Mrd. Dollar abgeschrieben und damit den Gewinn im Heimatmarkt nahezu aufgezehrt. (APA)

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