Nusseiba wirbt bei Intellektuellen für Friedenskompromiss mit Israel

3. Oktober 2002, 10:27
5 Postings

Plan im Sommer mit israelischem Geheimdienstchef entworfen

Jerusalem - Der palästinensische Intellektuelle und Repräsentant der PLO in Ostjerusalem, Sari Nusseiba, wirbt zur Zeit in den Autonomiegebieten für einen Friedenskompromiss mit Israel, den er zusammen mit dem früheren israelischen Geheimdienstchef Ami Ayalon im Sommer entworfen hat. Das sechs Punkte umfassende Dokument, das Nusseiba vor einer Woche an führende Intellektuelle im Westjordanland und im Gazastreifen geschickt hat, sieht weitreichende palästinensische Zugeständnisse in den umstrittensten Fragen des bilateralen Konfliktes vor.

Nach dem Dokument, das die dpa am Mittwoch als Kopie erhielt, würden die Palästinenser unter anderem das Recht auf Rückkehr von Millionen palästinensischer Flüchtlinge nach Israel aufgeben. In der ebenfalls umstrittenen Frage der Hoheit über den Tempelberg in der Jerusalemer Altstadt müssten sowohl Israel als auch die Autonomiebehörde auf die volle Souveränität verzichten und nur "Wächterfunktionen" übernehmen.

Ausgangspunkt für Verhandlungen wären die Grenzen vor dem israelisch-arabischen Krieg im Juni 1967. Innerhalb des künftigen Palästinenserstaates würde es keine jüdischen Siedler mehr geben. Jerusalem würde eine "offene" Stadt bleiben, in der Israel für die jüdischen und die Palästinenser für die arabischen Viertel zuständig wären.

Nusseiba forderte die von ihm angeschriebenen Intellektuellen auf, das gemeinsame Friedenskonzept durch ihre Unterschrift zu unterstützen, um damit "unserer palästinensischen Führung an der politischen Front mehr Manövrierfähigkeit zu geben". Nusseiba, der auch Präsident der Al-Kuds-Universität von Ost-Jerusalem ist, betonte, es handele sich nicht um offiziellen Friedensplan, sondern um eine Absichtserklärung. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.