Chaos in Grazer FP: Schöggl geht von Verbleib Weinmeisters aus

2. Oktober 2002, 21:32
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Sonderparteitag am 11. Oktober - Reichhold "vorsichtig optimistisch"

FPÖ Graz: Schweitzer nach Krisensitzung in Graz "sehr zufrieden"

Wien - Sowohl die Spitze der FPÖ-Bundespartei als auch der steirischen Landespartei ist zuversichtlich, dass sich die Turbulenzen bei den Grazer Freiheitlichen schon bald gelegt haben werden. Der steirische FPÖ-Chef Leopold Schöggl meinte am Mittwochabend vor der Präsidiumssitzung der FPÖ in Wien, er "denke schon", dass Stadtparteivorsitzender Peter Weinmeister auch nach dem Sonderparteitag am 11. Oktober sein Amt weiterführen werden. Er, Schöggl, würde dies auch sehr begrüßen. Für den steirischen FPÖ-Chef bedeutet der Sonderparteitag jedenfalls die Chance auf einen Neustart der Grazer FPÖ.

Auch Klubobmann und Generalsekretär Karl Schweitzer, der extra nach Graz gereist war, gab sich bei seiner Rückkehr nach Wien zuversichtlich. Nach seinen Gesprächen in der Steiermark sei er "sehr zufrieden". Weinmeister werde eine "sehr gute Lösung" präsentieren. Vorsichtig optimistisch gab sich auch Bundesparteiobmann Mathias Reichhold. Er müsse sich zwar erst über die Gespräche in Graz informieren lassen, habe aber das Gefühl, es sei gut gelaufen.

Mit der Einberufung eines Sonderparteitags am 11. Oktober hat die Krise der Grazer FPÖ Mittwoch Nachmittag nach massiven Rücktrittsaufforderungen an den FPÖ-Stadtparteichef und Spitzenkandidaten für die Grazer Gemeinderatswahlen am 26. Jänner 2003, Peter Weinmeister, einen Höhepunkt erreicht. Am Sonderparteitag wird Weinmeister sich der Vertrauensfrage stellen müssen. Eigentlich war der 11. Oktober jener Tag, an dem der offizielle Wahlkampfauftakt der Grazer FPÖ im Brauhaus Puntigam geplant war. Dass jetzt offenbar alles anders kommt, ist einer Eigendynamik innerhalb der FPÖ zu verdanken, die es seit der Listenerstellung vom vergangenen Wochenende gegeben hat.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde die Kandidatenliste der FPÖ für die Gemeinderatswahlen beschlossen, bei der Weinmeister im Prinzip bereits mit Misstrauen überhäuft wurde - er brachte keinen seiner Vorschläge durch. Das Ruder haben so genannte "Knittelfelder Rebellen" übernommen. In der Folge brach in der Partei völliges Chaos aus: Niemand nahm sich mehr ein Blatt vor den Mund, es hagelte Kritik von FPÖ-Funktionären. Bis gestern, Dienstag, zementierte sich Weinmeister ein und argumentierte, er sei einstimmig als Spitzenkandidat nominiert worden. Die Kritik tat er als Einzelmeinungen ab. (APA)

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