Head für Skisaison optimistisch

2. Oktober 2002, 14:44
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Nummer Drei in Österreich will heuer um acht Prozent mehr Alpinski verkaufen - Scanner- System für Leihski und -schuhe geplant

Wien - Der neue Geschäftsführer der zum börsenotierten Sportartikelkonzern Head gehörenden Head Tyrolia GmbH, Bob Koch, ist für das diesjährige Wintersportgeschäft im Heimmarkt optimistisch. Mit Ende September liegen die Verkäufe bei Head-Skiern in Österreich mengenmäßig um 6 Prozent über dem Vorjahr, wertmäßig sogar um 8 Prozent. "Die Intelligence-Linie kommt extrem gut an", sagte Koch im APA-Gespräch. Sollte der Trend anhalten, werde Head in der Saison 2002/03 in Österreich 60.000 Paar Ski absetzen, um knapp 8 Prozent mehr als im Jahr davor. In 3 bis 4 Jahren seien 100.000 Paar möglich.

Der ehemalige Blizzard-Chef Koch, der seit 1. August bei Head Tyrolia für Vertriebs-, Marketing- und Werbeaktivitäten der Marken "Head" (Ski, Skischuhe, Snowboards, Rackets), "Tyrolia" (Skibindungen) und "Penn" (Tennisbälle) verantwortlich ist, erwartet im kommenden Jahr eine weitere kräftige Steigerung um 10 Prozent in der Menge und 15 Prozent im Wert. Wenn sich der Verkauf der mit der neuen intelligenten Chip-Technologie ausgestatteten Skiern so weiterentwickle, "scheint mir das realistisch", so Koch.

Wachstum im Leihskisegment erwartet sich der Skimarkt-Profi durch ein neues Scanner-System, das die Abwicklung erleichtern soll. Derzeit gibt es die Technologie bereits in den Tyrolia-Bindungen, im kommenden Jahr werde auf Skier und Schuhe ausgebaut. Die Investitionen bei jedem Händler für Scanner etc. liegen laut Koch bei rund 2.000 Euro.

Um den Verkauf von Head-Skiern und Schuhen weiter anzukurbeln, müsse der Konzern aber stärker an der Marke und vor allem der Herkunft "Made in Austria" arbeiten, ist Koch überzeugt. Daher soll es heuer auch erstmals eine Werbekampagne nur für Skier geben. Der "Patriotismus" spiele auch bei Kinder- und Jugendski ein große Rolle.

Die ursprünglich angedachte Ausweitung des Billigsegments wird es nicht geben. "Wir haben diese Preispunkte immer abgedeckt, die Wachstumsraten erzielen wir aber bei den höherpreisigen Modellen", so Koch. Mit dem neuen Werk im tschechischen Budweis, in dem ab 2003 rund 100.000 Paar Ski erzeugt werden, werde man jedoch die Wertschöpfung bei den günstigeren Modellen verbessern.

Kräftig investieren wird Head heuer auch in die Rennsportaktivitäten, kündigt Koch an, ohne genaue Zahlen anzugeben. Besondere Erwartungen setze man in die neue - von der normalen Produktion völlig getrennte - Rennsportabteilung in der Fabrik in Kennelbach (Vorarlberg). Mit Hannes Trinkl und Werner Franz rechnet sich Koch in der kommenden Ski-Saison auch wieder gute Chancen auf einen Titel aus.

Bei Skischuhen, die seit 1998 auf dem Markt sind, rechnet Koch ebenfalls mit höheren Verkäufen. Mit zuletzt rund 50.000 verkaufen Paar Schuhen erreicht Head derzeit einen Marktanteil von 10 Prozent, Ziel sind 15 Prozent.

Bei Bindungen ist der Konzern mit Tyrolia Marktführer mit rund 35 Prozent. Dieser Anteil könnte auch noch steigen, nachdem Head künftig für Fischer Bindungen produzieren soll, die bisher von Salomon gefertigt wurden. (APA)

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  • Hannes "Hani" Trinkl, ÖSV-Crack im Dienste von Head.
    foto: head

    Hannes "Hani" Trinkl, ÖSV-Crack im Dienste von Head.

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