Armee nimmt größten Waffenlieferanten der FARC-Guerilla fest

2. Oktober 2002, 20:21
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UNO sieht Menschenrechte durch Sondermaßnahmen gefährdet

Bogota- Das kolumbianische Militär hat nach eigenen Angaben den größten Waffenlieferanten der linksgerichteten Guerilla verhaftet. An der am Dienstag erfolgten Festnahme von Carlos Garcia auf dem Flughafen der Hauptstadt Bogota war auch der Geheimdienst DAS beteiligt, wie Armeegeneral Reynaldo Castellanos mitteilte.

Das Amt des UNO-Hochkommissariats für Menschenrechte in Bogota äußerte Bedenken zu den von Staatspräsident Alvaro Uribe verfügten Sondervollmachten für das Militär.

Die Falle für Garcia, genannt "El Flaco" (Der Dünne), schnappte zu, als er am Inlandsterminal des Flughafens Eldorado in Richtung der karibischen Küstenstadt Baranquilla einchecken wollte. Laut General Castellanos belieferte der Mann die Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) mit Waffen, insbesondere deren so genannte 16. Front unter dem Kommando von Tomas Molina Caracas. Die USA haben die Auslieferung von Molina Caracas (Spitzname: "Schwarze Akazie") wegen Drogenhandels beantragt.

Garcia gilt dem Militär als Hauptverantwortlicher einer Aktion, bei der vor drei Jahren 10.000 jordanische AKM-Gewehre für die Guerilla mittels Fallschirmen über einem Dschungelgebiet in Südostkolumbien abgeworfen worden sein sollen. Bei dem Waffenkauf soll der mittlerweile inhaftierte Ex-Geheimdienstchef und starke Mann Perus, Vladimiro Montesinos, behilflich gewesen sein.

Castellanos zufolge unterhielt "El Flaco" auch "Verbindungen" zum brasilianischen Drogenbaron Luiz Fernando da Costa. Die kolumbianischen Behörden sind von einem schwunghaften Drogen- und Waffenhandel zwischen Da Costa (besser bekannt als Fernandinho Beira Mar) und der FARC-Guerilla überzeugt. Laut DAS verfügte Garcia nicht nur über "wichtige Kontakte" auf dem ganzen Subkontinent, insbesondere in Zentralamerika, sondern auch in Europa und im Nahen Osten. (APA)

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