Wien: Equal-Gelder für Frauen, MigrantInnen und Suchtkranke

2. Oktober 2002, 13:50
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Europaweites Förderprogramm soll Diskriminierung und Ungleichheiten am Arbeitsmarkt bekämpfen

Wien - In Wien sollen so genannte "Problemfälle" verstärkt in den Arbeitsmarkt integriert werden. Dafür stehen in den kommenden drei Jahren 20 Millionen Euro aus dem EU-Programm "Equal" zur Verfügung. Die Stadt finanziert dadurch neun Projekte, in denen insgesamt 3.500 arbeitslose Frauen, MigrantInnen, Sozialhilfeempfänger, Drogenabhängige oder Prostituierte eine Zukunftsperspektive bekommen sollen, führte Wirtschaftsstadtrat Sepp Rieder (S) am Mittwoch in einer Pressekonferenz aus.

Schwerpunkt: Suchtkranke

Der Wiener Drogenkoordinator Peter Hacker präsentierte dabei die Initiative "drug-addicts@work". Insgesamt 536 suchtkranke Menschen sollen dabei betreut werden, 360 Personen erhalten das Angebot einer Berufsassistenz. Für 210 Personen sollen Probearbeitsplätze auf dem Regelarbeitsmarkt gefunden werden, rund 80 wird eine befristete Beschäftigung in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern angeboten. Für 96 Personen werden verschiedene Qualifizierungsmaßnahmen durchgeführt.

Weitere Projekte konzentrieren sich auf Qualifikations- und Integrationsmaßnahmen für MigrantInnen, gegen die Diskriminierung von AusländerInnen in Betrieben, auf die Berufsausbildung von Frauen und Mädchen, aber auch auf die niederschwellige Beratung und Qualifizierung weiblicher Prostituierter.

Allgemeine Zielvorgaben von "Equal"

"Equal" ist ein europaweites Förderprogramm zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten am Arbeitsmarkt. Die Gelder dafür kommen zu 50 Prozent aus dem Europäischen Sozialfonds und zu 50 Prozent vom Bund. In Wien werden neun konkrete Projekte realisiert, österreichweit 58. Für diese stehen für eine Dauer von drei Jahren 200 Millionen Euro, für die Wiener Projekte rund 20 Millionen Euro zur Verfügung. In Wien sollen mit "Equal" rund 3.500 Menschen erreicht werden, Beschäftigungs- bzw. Qualifizierungsangebote werden ca. 600 Personen erhalten.

Voraussetzung für die Vergabe von Fördermittel im Rahmen von "Equal" ist die Bildung so genannter "Entwicklungspartnerschaften" verschiedener Institutionen wie NGOs, Sozialpartner und städtischer Einrichtungen. Themenvorgaben sind unter anderem die Erleichterung des Zugangs und die Reintegration in den Arbeitsmarkt und die Bekämpfung von fortgesetzter Ausgrenzung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Auch die geschlechtsspezifischen Segregation am Arbeitsmarkt soll bekämpft werden. (APA)

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