Florenz wegen Anti-Globalisierungs-Treffen in Alarmbereitschaft

2. Oktober 2002, 20:17
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Stadt befürchtet neuen Fall Genua - Globalisierungsgegner warnen vor rechtsextremistischen Angriffen

Rom - In Florenz wächst die Sorge wegen eines vom 6. bis 10. November geplanten Treffens der Antiglobalisierungs-Bewegung "Social Forum", das 16 Monate nach dem G8-Gipfel in Genua Hunderttausende von Globalisierungsgegnern in die toskanische Hauptstadt bringen sollte. Zu dem Treffen werden Delegationen aus der ganzen Welt erwartet. Die städtischen Behörden befürchten Krawalle wie jene, die beim G8-Gipfel im Juli 2001 Genua verwüstet hatten.

"Ich befürchte, dass rechtsextremistische Aktivisten sich unter den friedlichen Demonstranten mischen könnten", betonte der Chef der italienischen Globalisierungsgegner, Vittorio Agnoletto. Er arbeitet unter anderem an einer am 9. November geplanten Massendemonstration gegen einen Angriff auf den Irak. "Es wird die größte Friedensdemonstration sein, die jemals in Italien organisiert worden ist", betonte Agnoletto, der mit einer halben Million Teilnehmern rechnet.

Für einen Eklat sorgte ein Appell des Sprechers der Globalisierungsgegner in Italien, Luca Casarini, der die Besetzung der Banken vorschlug, die mit Aktien von Waffenproduzenten spekulieren. Laut Casarini werden sich über 300 Organisationen dem Treffen in Florenz anschließen. "Wir wollen Florenz zu einem neuen Porto Alegre machen", sagte Casarini. In der brasilianischen Stadt hatte 2001 in Weltgipfel des World Social Forum stattgefunden.

Die Organisatoren des Treffens in Florenz forderten die Sicherheitskräfte auf, höchsten Einsatz für den friedlichen Verlauf der Demonstration zu garantieren. Extremistengruppen könnten mit Provokationen versuchen, die pazifistischen Demonstrationen mit Krawallen wie in Genua zu überschatten. "Wir wollen das mit allen Mitteln verhindern", sagte Casarini. (APA)

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    Michelangelos David in Florenz

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