Das Sturm-Tief ist kein Thema mehr

2. Oktober 2002, 19:46
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Franco Foda vor dem Rückspiel gegen Livingston : "Gegner zeigen, dass nichts mehr zu holen ist"

Graz/Livingston - Mit einem 5:2-Vorsprung brach der SK Sturm am Mittwoch zum Rückspiel der ersten UEFA-Cup-Runde gegen Livingston FC auf. Nach den starken Leistungen zuletzt sind die Grazer zuversichtlich, dass der Aufwärtstrend auch am Donnerstag (20:45 MESZ) im Almondvale-Stadium gegen das Schlusslicht der schottischen Premier League fortgesetzt wird. Für Interimstrainer Franco Foda, der im Hinspiel erfolgreich sein Debüt als Osim-Nachfolger gab, gilt die Devise: "Dem Gegner von Beginn an zeigen, dass nichts mehr zu holen ist."

"Auf der Hut sein"

Das Sturm-Tief mit dem Rücktritt des erfolgreichen Langzeit-Betreuers ist Geschichte, nun soll das Foda-Hoch noch länger Bestand haben. Die zwei späten Gegentore nach einer klaren 5:0-Führung im Schwarzenegger-Stadion sollten aber als Warnung dienen. "Im Fußball kann zu viel Selbstbewusstsein nach hinten losgesehen. Wir dürfen keine Angst haben, aber wir müssen auf der Hut sein", erklärte Foda.

"Wollen auch dort gewinnen"

Doch auch der Deutsche ist zuversichtlich, dass nach den Siegen in der Meisterschaft gegen Rapid und Salzburg nun im UEFA-Cup der Aufstieg in die zweite Runde unter Dach und Fach gebracht wird. "Wir wollen auch dort gewinnen. Man darf sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, die Mannschaft hat gegen Salzburg gezeigt, dass sie stark genug ist, auch einen Rückstand zu verkraften. Es war nur eine Frage der Zeit, bis wir ein Tor schießen", so Foda.

Kartnig im Stronach-Jet unterwegs

Ohne die verletzten Haas, Angan, Petrovic und Rojas, aber dafür wieder mit den im Hinspiel gesperrten Bosnar und Pregelj trat der 18 Mann-Kader am Mittwoch früh den Flug nach Schottland an. Nicht dabei war vorerst Hannes Kartnig, der erst am Spieltag mit dem Jet seines neuen Spezi Frank Stronach nachkam. Vor gar nicht allzu langer Zeit war eine freundschaftliche Beziehung zum Bundesliga-Chef und Austria-Mäzen für den Sturm-Präsidenten noch so weit entfernt wie ein Ende der Ära Osim, aber die Zeiten haben sich geändert.

In zweiter Runde wieder gesetzt

So schloss der MAGNA-Boss, ein gebürtiger Steirer, zuletzt nicht mehr aus, Kartnig bei finanziellen Problemen unter die Arme zu greifen - Motto: "Die Steiermark braucht einen starken Verein." Die Budget-Sorgen von Sturm nach der verpassten Qualifikation für die Champions League und dem Rückgang der Zuschauerzahlen würde aber auch ein Weiterkommen im UEFA-Cup lindern. In der zweiten Runde, die am Dienstag in Nyon ausgelost wird, könnten die Schwarz-Weißen sogar noch zu den gesetzten Teams gehören.

Ryder Cup-Atmosphäre

Trotz des miserablen Meisterschaftsstarts - der Sensationsaufsteiger des Vorjahres ist in dieser Saison mit vier Punkten aus neun Spielen Letzter der schottischen Premier League - hofft Livingston-Manager Jim Leishman aber noch, dass seine Elf dies verhindern kann: "Sturm hat eine gute Mannschaft, doch wir wollen ein großes Spiel machen." Mit der Ryder Cup-Atmosphäre im Rücken soll es ein ganz großes werden. "Sam Torrance hat gesagt, dass Publikum war in The Belfry wie ein zusätzlicher Mann. Genau das brauchen wir auch."(APA)

Die möglichen Aufstellungen und technischen Daten zum Rückspiel der ersten UEFA-Cup-Runde zwischen Livingston FC und Sturm Graz am Donnerstag:

  • Livingston FC - Sturm Graz Almondvale-Stadium, 20:45 Uhr MESZ, SR: Roy Helge Olsen/Norwegen. Hinspiel: 2:5.

    Livingston: Sanchez-Broto - McNamee, Rubio, Andrews, Hart - Wilson, O'Brien, Bahoken, Quino - Zarate/Xausa, Bingham Ersatz: McEwan - Bollan, Brittain, Camacho Es fehlen: Brinquin, Makel, Lovell, Toure-Maman, Dorado, E. Dadi (alle verletzt) Fraglich: Zarate

    Sturm: Hoffmann - Neukirchner - Strafner, Bosnar - Masudi, Mählich, Brzeczek, Wetl, Dag - Szabics, Mujiri Ersatz: Weber - Golemac, G. Korsos, Heldt, Kienzl, Pregelj, Amoah Es fehlen: Haas, Angan (beide verletzt), Petrovic, Rojas (beide rekonvaleszent)

  • Links

    Sturm Graz

    Livingston

    Pressekonferenz am Mittwoch Nachmittag in Edinburgh:

    Sturm-Trainer Franco Foda: "Wir haben jetzt Selbstvertrauen getankt, aber Livingston hat nichts mehr zu verlieren und die Karten werden wieder neu gemischt. Jede Partie läuft anders, da gilt es sich nicht auf das gute Ergebnis aus dem Hinspiel zu verlassen." Wichtig wäre, "dass wir selbst Akzente setzen. So wie in Graz, denn da haben wir sehr gut gespielt und den Gegner unter Druck gesetzt."

    Kapitän Günther Neukirchner: "Jeder weiß um was es geht und wird das Beste geben. In den vergangenen Jahren haben wir uns einen guten Ruf in Europa erworben, da ist es eine Verpflichtung einige Runden weiterzukommen."

    • Bild nicht mehr verfügbar

      "Wir dürfen keine Angst haben, aber wir müssen auf der Hut sein"

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