WPP vor Einstieg bei koreanischer LG Ad

2. Oktober 2002, 12:02
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Internationale PR- und Werbekonzern will sich an zweitgrößter Werbeagentur Südkoreas beteiligen

Der internationale PR- und Werbekonzern WPP-Group steht kurz vor dem Einstieg bei der zweitgrößten Werbeagentur Südkoreas LG Ad. Das britische Unternehmen verhandelt derzeit die Übernahme des 31-prozentigen Anteils der LG Group, berichtet das US-Branchenmagazin "Advertising Age". Der Wert des Pakets hat zurzeit einen Marktwert von etwa 42 Mio. Dollar. Der südkoreanische Werbemarkt ist weltweit der zehntgrößte und freut sich im Gegensatz zu anderen über steigende Werbeausgaben. In diesem Jahr wird ein Gesamtvolumen von fünf Mrd. Dollar erwartet. Trotzdem ist der Einstieg ein riskantes Manöver im Kampf um globale Marktanteile.

Mitnaschen an der "Attraktivität des asiatischen Marktes"

Ein Großteil der Aufträge von LG Ad kommt von der Mutter LG Group (laut AdAge etwa 400 Mio. Dollar des im Jahr 2001 492 Mio.-Dollar-Gesamtumsatzes). Zwar wird zumeist bei den Verhandlungen eine Frist von einigen Jahren vereinbart, innerhalb der die Geschäfte der scheidenden Mutter beim Unternehmen verbleiben. Danach sind die Aufträge aber nicht mehr gesichert. In einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" hatte WPP-Chef Martin Sorrell kürzlich gesagt, der in der Vergangenheit vor allem durch Übernahmen gewachsene Konzern wolle künftig verstärkt auf "hauseigenes Wachstum" (etat.at berichtete) setzen. Gleichzeitig betonte er die Attraktivität des asiatischen Marktes.

Die von WPP anvisierten 31 Prozent an LG Ad werden von den beiden Gründungsfamilien der LG Group, den Familien Koo und Huh, gehalten. Sie verkaufen den Anteil im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen der LG Group. "Das Werbegeschäft ist kein Kerngeschäft der Gruppe", zitiert AdAge den Analysten Han Seung Ho von Hyundai Securities. Die LG Group ist ein Mischkonzern, der eine breite Produktpalette von Unterhaltungselektronik bis Kosmetika herstellt. Mit dem Einstieg der WPP bei LG Ad wird bereits mehr als die Hälfte des Werbegeschäfts in Südkorea von multinationalen Konzernen kontrolliert. 1998 waren es laut Korean Federation of Advertising Associations nur 7,6 Prozent. (pte)

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