Influenza: Mehr Todesfälle als im Straßenverkehr

2. Oktober 2002, 20:07
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Dieses Jahr wird eine besonders heftige Welle erwartet - Impfkampagnen laufen

Wien - Nach ziemlich "schwachen" Influenza-Saisonen in den vergangenen Jahren könnte das Killer-Virus in diesem Winter verstärkt los schlagen. Insgesamt verursacht die Virusinfektion praktisch jedes Jahr in Österreich mehr Todesfälle als Menschen im Straßenverkehr umkommen. Das erklärten am Mittwoch österreichische Fachleute bei einer Pressekonferenz in Wien aus Anlass der bevorstehenden Influenza-Impfkampagne.

Der Doyen der österreichischen Virologen, Univ.-Prof. Dr. Christian Kunz: "Gemäß den langjährigen Erfahrungen schlägt die Influenza nach einer milden Erkrankungswelle im folgenden Winter besonders heftig zu. Es daher jedem die Impfung anzuraten, der sich schützen will."

Bei Epidemie Tausende Tote

"In Österreich sterben pro Woche im Durchschnitt rund 1.500 Menschen. Bei Influenza-Epidemien sind es mehrere Wochen lang wesentlich mehr", erklärte bei der Pressekonferenz Mag. Kurt Vymazal von der Arge-Influenz. Da kann die Zahl der Todesopfer pro Woche plötzlich auf 2.000 und mehr hinauf schnellen.

Virologe Univ.-Prof. Dr. Christian Kunz: "Es gibt keinen anderen Krankheitserreger, der im Winter zu einer Erhöhung der Sterblichkeit führt."

Kinder - ältere Menschen und chronisch Kranke sind besonderes gefährdet

Der Experte über die Empfehlungen zur Immunisierung: "Vor allem chronisch Kranke ab dem siebenten Lebensmonat - das sind auch Kinder mit Asthma - und Menschen über 60 sollten sich gegen die Influenza impfen lassen. In den USA wird schon empfohlen, dass sich jeder Mensch ab 50 immunisieren lässt." Der Grund für die neue US-Empfehlung: In der Altersgruppe "50+" weisen in den USA - wahrscheinlich aber auch in den übrigen westlichen Industriestaaten - bereits mehr als die Hälfte der Menschen chronische Erkrankungen auf.

Gefahr gibt es durch die Influenza aber auch für andere Personengruppen. Kunz: "Auch Schwangere sollten sich impfen lassen, weil die Schwangerschaft auch eine Immunschwächung bedeutet. Doch die Influenza verläuft auch bei Babys und Kleinkindern schwerer." Deshalb wird auch den Kindern ab dem siebenten Lebensmonat die Immunisierung empfohlen. (APA)

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