Angstzustände: Neues Mittel soll nicht müde machen

2. Oktober 2002, 11:47
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Substanz regt körpereigene "Beruhigungsmittel" an

Chapel Hill – Schätzungen zufolge leiden 25 Prozent der Bevölkerung der USA unter starken Angstzuständen. Bestehende Medikamente zur Behandlung wie Valium wirken sedierend und können abhängig machen. Forscher der University of North Carolina at Chapel Hill haben nun eine Substanz entwickelt, die Ängste und Panikattacken bekämpfen soll, ohne müde zu machen. Ein Bericht erscheint in der Oktober-Ausgabe des Fachmagazins Journal of Clinical Investigation.

Körpereigene "Beruhigungsmittel"

"Wir haben ein neues Ziel für bessere Angst reduzierende Medikamente im Gehirn identifiziert", erklärte Studienautor Clyde W. Hodge. Das Team um Hodge entdeckte, dass Mäuse, denen eine Form des Enzyms Proteinkinase C (PKCe) fehlte, besonders stark auf bestimmte körpereigene "Beruhigungsmittel" reagierten und weniger ängstlich waren. Die Forscher resümierten, dass PKC-Hemmer zur Behandlung von Ängsten nützlich sein müssten.

Ein Medikament, das dieses Enzym beim Menschen blockiert, könnte das Leiden von Angstpatienten lindern, ohne dass diese gleichzeitig schläfrig und unaufmerksam werden, betonte der beteiligte Forscher Robert O. Messing von der University of California in San Francisco. Messing züchtete die speziellen Mäuse, denen das Gen für PKCe fehlte. "Diese Knockout-Mäuse reagierten auf natürlich vorkommende neuroaktive Substanzen, die die Funktion des Rezeptors des Neurotransmitters Gammaaminobuttersäure verändern, empfindlicher. Daraus resultierte eine verstärkte, beruhigende Wirkung", erklärte Hodge. Bei Menschen sei es aber nicht möglich bzw. wünschenswert, das PKC-Gen auszuschalten. (pte)

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