ProSiebenSat.1 reduziert Gewinn- erwartung 2002

2. Oktober 2002, 11:48
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Minus im Fernsehwerbemarkt voraussichtlich 8,2 Prozent statt wie bisher angenommen bis zu fünf Prozent

Angesichts der Krise am deutschen Werbemarkt hat die Münchener Sendergruppe ProSiebenSat.1 Media ihre Gewinnerwartung für das laufende Jahr deutlich zurückgenommen.

2002 werde das Minus im Fernsehwerbemarkt voraussichtlich 8,2 Prozent statt wie bisher angenommen bis zu fünf Prozent betragen, teilte ProSiebenSat.1 am Mittwoch in München mit. In diesem Fall werde der Konzern nur einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 140 bis 160 Mill. Euro erzielen. Bisher war ProSiebenSat.1 für 2002 von einem Ebitda von etwa 200 Mill. Euro ausgegangen. Mit einer Trendwende am Werbemarkt bis Jahresende rechnet die Sendergruppe nicht mehr. Die Aktie brach in den ersten Handelsminuten um gut acht Prozent auf 5,75 Euro ein.

Keine Trendwende im vierten Quartal

"Anders als erwartet, müssen wir heute davon ausgehen, dass auch das vierte Quartal keine Trendwende mehr im Werbemarkt bewirken wird", erklärte ProSiebenSat.1-Chef Urs Rohner. Für die Fernsehwirtschaft sei 2002 damit "ein verlorenes Jahr". Ein Sprecher wollte auf Anfrage keine Prognose geben, wann wieder mit einem Anziehen des Werbemarktes gerechnet werden kann.

Die Investitionen in Fernsehwerbung werden einer von ProSiebenSat.1 in Auftrag gegebenen Studie zufolge in diesem Jahr um 8,2 Prozent sinken. Damit werde es in der Branche Einbußen von 365 Mill. Euro bei den Netto-Werbeeinnahmen geben. Die Sendergruppe - zu der auch Kabel1 und der Nachrichtensender N24 gehören - werde sich mit einem Umsatzrückgang von drei bis vier Prozent zum Vorjahr aber deutlich besser als der Markt entwickeln.

Keine Pläne für Personalabbau

Vor dem Hintergrund der verringerten Ergebniserwartung sagte ein Unternehmenssprecher, ProSiebenSat.1 habe bereits 2001 ein rigides Kostenmanagement eingeführt. Man werde diesbezüglich die Anstrengungen intensivieren und jeden Bereich auf seine Effizienz prüfen. Zugleich betonte er aber: "Es gibt keine Pläne für einen Personalabbau." (APA/Reuters)

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