Vier Stunden und 42 Minuten Freizeit pro Tag

2. Oktober 2002, 11:38
9 Postings

Die Freizeit der Österreicher hat zugenommen - Arbeiter, leitende Angestellte und Beamte führen das Zeitguthaben an...

Linz - Das Freizeitbudget der Österreicher ist in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden - von täglich 180 Minuten im Jahr 1979 auf nunmehr 282 Minuten. Die Nutzung ist dabei aber "passiver" geworden. Das zeigt eine Umfrageserie des Linzer Meinungsforschungsinstitutes Imas, deren jüngste Ergebnisse am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Freizeit von vier Stunden und 42 Minuten

Imas erkundigt sich in regelmäßigen Abständen nach den Stunden neben der Arbeit, in denen die Befragten machen können, was sie wollen. Essen, Anziehen und andere lebensnotwendige Tätigkeiten werden dabei nicht mitgezählt. Im vergangenen September kam bei einer Umfrage bei rund 1.000 repräsentativ für die Gesamtbevölkerung ausgewählten Personen heraus, dass die Österreicher über eine durchschnittliche Freizeit von vier Stunden und 42 Minuten verfügen. Im September 1979 waren es drei Stunden gewesen, im Juni/Juli 1988 betrug das Freizeitbudget drei Stunden und 35, im Oktober 1997 vier Stunden und 20 Minuten.

Arbeiter,leitende Angestellte und Beamte haben am meisten Freizeit

Berufstätige haben derzeit über eine Stunde weniger Freizeit als der Rest der Bevölkerung, nämlich drei Stunden und 36 Minuten. Unter den einzelnen Berufsgruppen am schlechtesten dran sind die Landwirte, bei ihnen beträgt die tägliche Freizeit im Durchschnitt nur zwei Stunden und 54 Minuten. Auch Selbstständige und Angehörige freier Berufe haben mit vier Stunden und sechs Minuten ein unterdurchschnittliches Freizeitbudget. Die meiste Freizeit - konkret fünf Stunden und 30 Minuten - haben demnach die einfachen Arbeiter gefolgt von den leitenden Angestellten und Beamten mit jeweils vier Stunden und 54 Minuten.

62 Prozent verbringen ihre Freizeit mit Fernsehen

Als sich Imas nach den häufigsten Freizeitbeschäftigungen erkundigte, verwiesen 62 Prozent auf das Fernsehen. Mit 49 Prozent - und somit mit einigem Abstand - folgt Zeitung oder Illustrierte lesen. Besuche machen oder empfangen 46 Prozent, Musik hören 42 Prozent und gründliches Ausruhen oder Ausschlafen ist für 39 Prozent eine häufige Freizeitbeschäftigung. Knapp dahinter finden sich mit jeweils 36 Prozent Restaurant- oder Lokalbesuche und das Lesen von Büchern.

Österreicher verbringen Freizeit vorzugsweise auf passive Art

"Die Österreicher verbringen ihre Freizeit vorzugsweise auf passive Art", fassen die Meinungsforscher diese Ergebnisse zusammen. Denn erst im Mittelfeld finden sich Angaben über Spaziergänge, Gartenarbeit, sportliche Betätigung oder Wanderungen und Ausflüge.

Freizeit im Netz

Unter zehn weiteren Freizeitbeschäftigungen, die vergleichweise geringe Verbreitung aufweisen, findet sich mit 18 Prozent Nennungen das Surfen im Internet - allerdings mit stark unterschiedlicher Nutzung: Von den Angehörigen der jungen Generation sowie Maturanten und Akademikern beispielsweise verbringt rund jeder Dritte seine Freizeit gerne im Netz, von den über 50-Jährigen nur jeder Zwanzigste, bei den Personen mit Volks- oder Hauptschulbildung sind es 13 Prozent.

Handarbeiten und Spazierengehen sind out

Drastisch vermindert haben sich im Vergleich zu früheren Jahren das Durchführen von Reparaturen beziehungsweise von Handarbeiten, Spazierengehen und das Spielen mit Kindern - eine Folge des Geburtenrückganges, vermuten die Meinungsforscher. Seltener geworden sind auch Gartenarbeit, die Beschäftigung mit Gesellschafts- oder Kartenspielen, Lösen von Kreuzworträtseln, Fotografieren und Filmen und der Besuch von Vorträgen oder Versammlungen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.