Boom bei Last Minute-Reisen

2. Oktober 2002, 15:20
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Urlaubsreisen werden in Österreich immer kurzfristiger gebucht - Restplatzbörse mit Umsatzzuwächsen

Wien - ÖsterreicherInnen entscheiden sich immer kurzfristiger für ein Urlaubsziel. Dieser Trend verhilft den Last-Minute- Reisebüros zu satten Zuwächsen. Die Restplatzbörse, eine Tochter des Schweizer Reisebürokonzerns Kuoni, erwartet heuer eine Umsatzsteigerung von mehr als 20 Prozent auf rund 45 Millionen Euro, sagte ihr Geschäftsführer Paul Kothbauer. 2001 setzte der Reiseanbieter 36 Millionen Euro um.

Das seit 1988 bestehende Unternehmen befindet sich weiter auf Expansionskurs. "Wir haben derzeit österreichweit 20 Filialen und ein Call Center", berichtete Kothbauer. Noch heuer werde man weitere Expansionsschritte setzen und weitere Filialen eröffnen. Da es bei der Restplatzbörse "kein Rabattunwesen" gebe und man mit guten Margen operiere, arbeite das Unternehmen profitabel. Auch heuer sollen die Gewinne weiter steigen, genaue Zahlen wollte Kothbauer nicht nennen.

2001 verkaufte die Restplatzbörse laut Kothbauer Reisen an 75.000 Gäste. Der Pro-Kopf-Umsatz liege derzeit bei rund 480 Euro. 30 Prozent der Buchungen würden über das Call Center (so genanntes Contact Center) abgewickelt, zwölf bis 13 Prozent der Reisen über das Internet gebucht. Im Schnitt würden die Reisen 9,8 Tage vor dem Abflugtag gebucht, sagte Kothbauer.

Von der ab April 2003 von der Austrian Airlines (AUA) geplanten Kürzung der Provisionen von sieben auf fünf Prozent sei auch die Restplatzbörse betroffen, berichtete Kothbauer. Die Verhandlungen mit der AUA darüber seien noch im Laufen. Jedenfalls werde für die Service- und Beratungsleistung der Reisebüros auch in Zukunft eine große Nachfrage bestehen, daher sei die Einführung einer Beratungsgebühr zu überlegen, ist Kothbauer überzeugt. (APA)

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