Procter & Gamble greift nach Beiersdorf

2. Oktober 2002, 10:42
posten

Kein Kommentar von den Beteiligten

Frankfurt - Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) hat einem Zeitungsbericht zufolge der Allianz ein Angebot für deren Anteil an Beiersdorf vorgelegt.

P&G stelle sich auf Verhandlungen über mehrere Wochen ein, berichtete die "Financial Times Deutschland" in ihrer Mittwochausgabe unter Berufung auf das Umfeld des US-Konzerns. Über eine bevorstehende Offerte des US-Konzerns war bereits vergangene Woche in den Medien spekuliert worden. Bei den beteiligten Unternehmen war am Morgen zunächst kein Kommentar erhältlich.

Zerschlagung befürchtet

Mit dem konkreten Angebot treibe der Hersteller etwa von Pampers-Windeln und Tempo-Taschentüchern seine Kaufpläne gegen erhebliche Widerstände voran, schrieb das Blatt weiter. Über die Höhe der möglichen Offerte wurde jedoch nichts bekannt. Das Management der Hamburger Beiersdorf AG sei allerdings gegen einen Verkauf, da der Konzern eine Zerschlagung befürchte, hieß es. P&G solle indes argumentieren, Beiersdorf im Wege eines Engagements deren Topmarke Nivea die Expansion in die USA zu ermöglichen.

Um die Mehrheit an dem Hamburger Kosmetikunternehmen wird seit Monaten gepokert. Dabei stehen sich im wesentlichen zwei Akteure gegenüber: Einerseits die Tchibo-Holding, die bereits 30,1 Prozent an Beiersdorf hält und ihren Anteil aufstocken will und der Konzern Procter & Gamble, der noch nicht an Beiersdorf beteiligt ist. Beide bemühen sich um die Anteile aus dem Besitz des größten Beiersdorf-Aktionärs, des Münchener Versicherungskonzerns Allianz, der 43,6 Prozent an dem Kosmetikhersteller hält und Verkaufsbereitschaft signalisiert hat. Als weiterer Interessent war in der Vergangenheit auch der weltgrößte Kosmetikhersteller L'Oreal genannt worden.(APA/Reuters)

Share if you care.