Kirch erwägt Insolvenz seiner Printbeteiligung PBG

2. Oktober 2002, 10:35
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Zugriff der Deutschen Bank an Springer-Anteil soll damit verhindert werden

Leo Kirch erwägt nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen die Insolvenz seiner Print Beteiligungs GmbH (PBG), um damit den Zugriff der Deutschen Bank auf seine Aktienanteile am Springer-Verlag in letzter Minute zu verhindern.

"Es ist nicht ausgeschlossen, dass die PBG Insolvenz anmeldet. Damit würde das Pfandrecht der Deutschen Bank wirkungslos und die Vinkulierung der Springer-Aktien auch", hieß es in Kirch-nahen Kreisen am Dienstagabend. Die Kreise bestätigten damit entsprechende Berichte der "Süddeutschen Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch.

Zugriff der Deutschen Bank an Springer-Anteil soll damit verhindert werden

Mit der Insolvenz der PBG könnte Kirch womöglich die für den 8. Oktober geplante Versteigerung seines 40-prozentigen Springer-Anteils verhindern, den die Deutsche Bank als Pfand für einen Millionenkredit hält.

Im Falle einer Insolvenz der PBG würde auch die Vinkulierung wegfallen, da dann das Insolvenzrecht vorrangig gelten würde. Die Vinkulierung bedeutet, dass Kirch für einen Verkauf seiner Springer-Aktien die Zustimmung des Springer-Aufsichtsrates benötigt.

"Ohne die Vinkulierung könnte der Insolvenzverwalter einen höheren Preis (für das Springer-Aktienpaket) erzielen", zeigten sich die Kirch-nahen Kreise am Dienstag zuversichtlich.

Kirch wollte seinen Anteil stets selber verkaufen, weil er hofft, dann einen höheren Preis dafür zu erhalten als bei einer Veräußerung durch die Deutsche Bank.

Kirch hatte im Streit mit der Deutschen Bank bereits im September vor dem Landgericht München darauf hingewiesen, dass seiner Auffassung nach eine Insolvenz der PBG dazu führen würde, dass die Bank die Springer-Anteile nicht veräußern dürfe. Das Gericht hatte am 20. September entschieden, dass die Deutsche Bank den 40-prozentigen Anteil Kirchs am Axel Springer Verlag verwerten darf. (APA/Reuters)

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