France Telecom wählt Thierry Breton zum neuen Chef

2. Oktober 2002, 11:14
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Französische Kabinett muss formal noch zustimmen

Paris - Die Führung des französischen Telefonriesen France Telecom hat am Mittwoch Thierry Breton zum neuen Chef des mehrheitlich staatlichen Konzerns gewählt. Der 47-jährige bisherige Chef des Elektronik-Unternehmens Thomson Multimedia folgt Michel Bon nach, der Mitte September seinen Rücktritt einreichen musste, nachdem die Schulden des Unternehmens auf 70 Mrd. Euro angestiegen waren. Zu der Finanzkrise von France Telecom trugen auch die Schwierigkeiten bei der deutschen Partnerfirma MobilCom bei.

Der neue France-Telecom-Chef soll rasch einen Sanierungsplan vorlegen, der auch die am Rande des Zusammenbruchs stehende MobilCom berücksichtigen muss. Da der französische Staat mit 55,4 Prozent Mehrheitsaktionär von France Telecom ist, muss das Pariser Kabinett der Ernennung Bretons formal noch zustimmen. Über Bretons Pläne für eine finanzielle Sanierung von France Telecom wurde zunächst wenig bekannt. Zu den Optionen für eine Entschuldung zählen auch der Verkauf von Anteilen der Mobilfunktochter Orange und eine Kapitalerhöhung bei France Telecom.

Erfolgreicher Sanierer

Breton gilt als erfolgreicher Sanierer. Vor Thomson Multimedia hat er bereits den Computerkonzern Bull betreut. Breton hat für seine neue Aufgabe die volle Unterstützung der rechts-bürgerlichen Pariser Regierung. Er war lange Jahre Beigeordneter in der Heimatregion von Premierminister Jean-Pierre Raffarin und ist seit dem vergangenen Jahr Verwaltungschef des Septennats-Museums, in dem Präsente für Präsident Jacques Chirac gesammelt werden.

Nach dem Wechsel Bretons zu France Telecom kündigte das Elektronik-Unternehmen Thomson Multimedia an, die Führungsspitze aufzusplitten. Bretons bisherige Aufgaben teilen sich künftig Charles Dehelly und Frank Dangeard.(APA)

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