Chalupka vermisst Antworten Strassers

2. Oktober 2002, 09:14
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Innenminister habe aufgegeben, nach Lösung zu suchen

Wien - Kritik an Innenminister Ernst Strasser (V) kam am Mittwoch neuerlich vom Direktor der Evangelischen Diakonie, Michael Chalupka. Strasser habe es offenbar aufgegeben, nach einer Lösung der Probleme zu suchen. Er habe auch zuletzt am Dienstagabend in der "ZiB 2" keine Antwort darauf gegeben, wie außerhalb eines regulären Asylverfahrens festgestellt werden solle, wer Asyl brauche und wer nicht, so Chalupka im Radio-"Morgenjournal".

Strasser hatte gemeint, es sei nicht möglich, dass Arbeitssuchende unter dem Titel Asyl nach Österreich kommen könnten. Klar sei aber, dass Asyl bekommen solle, wer Asyl brauche.

"Wir können niemanden zurück schicken"

Als Erfolg wertete Strasser, dass man mit "mehr als drei Dutzend dieser oft auch sehr bedauernswerten Mitbürger" vereinbart habe, sie in zwei Tagen wieder in ihre Heimat zurück zu bringen. "Da erwarte ich mir von den Flüchtlingsorganisationen, dass zusammen gearbeitet wird". Darauf angesprochen, dass es Gerüchte gebe, 100 Kosovo-Albaner, die in Traiskirchen im Sitzstreik sind, in ein vom Ministerium gechartertes Flugzeug zu setzen und in ihre Heimat zurück zu bringen, sagte Strasser: "Wir können überhaupt niemanden zurück schicken, der um Asyl angesucht hat. Im Gegensatz zu Deutschland. Das ist eines unserer Probleme, warum wir große Gefahr laufen, Anlaufstation für alle wirtschaftlichen Asylsuchenden in ganz Europa zu werden. Deshalb müssen wir eine notwendige Zäsur machen, um Asylsuchende von Wirtschaftsflüchtlingen sauber trennen zu können".

  • Michael Chalupka vermisst Lösungsansätze Strassers
    foto: semotan

    Michael Chalupka vermisst Lösungsansätze Strassers

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