Senegal: Zwei Minister nach Fährunglück zurückgetreten

1. Oktober 2002, 23:20
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Untersuchungsbericht über Tragödie soll am Mittwoch veröffentlicht werden

Dakar - Vier Tage nach dem Fährunglück mit fast tausend Toten sind die senegalesischen Minister für Verkehr und Verteidigung am Dienstag zurückgetreten. Verkehrsminister Youssouph Sakho und Verteidigungsminister Youba Sambou, die für das Schiffsunglück vor der westafrikanischen Küste verantwortlich gemacht werden, gaben damit dem öffentlich Druck nach. Die Armee war für den Betrieb der staatlichen Fähre zuständig. Auch die Besatzung bestand aus Soldaten.

Staatspräsident Abdulaye Wade nahm die Rücktrittsgesuche am Abend an. Er hatte beide Minister mit einer detaillierten Untersuchung der Tragödie beauftragt. Ihr Bericht sollte am Mittwoch veröffentlicht werden.

Klage gegen den Staat

Der senegalesische Verbraucherschutzbund hatte zuvor angekündigt, die Regierung auf Schadenersatz zu verklagen. Der Staat und seine Vertreter müssten für die Missachtung der Sicherheitsnormen auf der gekenterten "Joola" haften, erklärte der Verein in Dakar. Die Erlaubnis zum Auslaufen der völlig überladenen Fähre sei "kriminell" gewesen. Die Zivilklage werde von verschiedenen Anwälten unterstützt, erklärte der 28.000 Mitglieder zählende Verein.

Das Schiff war in der Nacht auf Freitag bei Sturm vor der Küste Gambias gesunken. Nur 64 Menschen überlebten die Tragödie. (APA)

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