Sudan beschuldigt Hilfsorganisation des Waffenschmuggels

1. Oktober 2002, 21:54
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Khartum will keine Hilfslieferungen mehr zulassen

Khartum - Der sudanesische Außenminister Mustafa Osman Ismail hat die norwegische Hilfsorganisation Norwegische Kirchenhilfe (NCA) des Waffenschmuggels für die Sudanesische Volksbefreiungsarmee (SPLA) beschuldigt. Der Minister sagte nach einem Treffen mit dem UNO-Vertreter für humanitäre Hilfe, Tom Vraslin, am Dienstag in Khartum, die norwegische Hilfsorganisation transportiere in ihrem Flugzeug Gewehre und Munition für die SPLA. Die Regierung in Khartum wolle keine Hilfslieferungen mehr erlauben, solange es keine Waffenstillstandsvereinbarung mit der SPLA gebe. Es sollten überhaupt nur noch Hilfslieferungen unter UNO-Schirmherrschaft zugelassen werden.

Im Südsudan kämpft seit 1983 die christlich-animistische Bevölkerung gegen die islamisch-fundamentalistische Zentralregierung in Khartum. In dem Krieg, in dem bereits etwa zwei Millionen Menschen ums Leben gekommen sind, geht es in erster Linie um die Autonomie für den Süden und die Verteilung der Öleinnahmen. Anfang September waren Verhandlungen der Bürgerkriegsparteien in Nairobi über einen Friedensschluss von Khartum wegen neuer Angriffe der SPLA abgebrochen worden. (APA/dpa)

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    UN-Hilfslieferung in Akon

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