Österreichisch-kanadische Kooperation in der Forschung

2. Oktober 2002, 19:42
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"Galionsfigur" Josef Penninger will Austausch von Wissenschaftern gefördert sehen

Wien - Das 6. EU-Forschungs-Rahmenprogramm soll einen europäischen Wissenschaftsraum schaffen. Darüber hinaus soll es aber auch vermehrt zur internationalen Netzwerkbildung kommen. Hier wollen die kanadische Botschaft in Österreich und das österreichische Büro für internationale Forschungs- und Technologiekooperation verstärkt tätig werden: Mit der "Galionsfigur" Univ.-Prof. Dr. Josef Penninger, der in Wien derzeit das Institut für molekulare Biotechnologie (IMBA) aufbaut.

Werdegang eines Wissenschafters

"Ich bin 1990 als kleiner Student nach Ontario gegangen. Es gibt in Kanada eine spezielle Forschungskultur, die vor allem in einer Kultur der Zusammenarbeit besteht. Am Anfang war es noch schwer, Geld zu bekommen. Doch das hat sich in den vergangenen Jahren stark geändert", erklärte Penninger am Dienstag bei einem Hintergrundgespräch in der kanadischen Botschaft.

Der Wissenschafter, der in Toronto mitarbeitete, das dortige Biotech-Forschungsinstitut unter die "Top 10" der Welt zu bringen, wünscht sich vor allem Geld für den Austausch von Wissenschaftern: "Kollaboration ist für die Wissenschaft essenziell. Das kann aber nur funktionieren, wenn beide Seiten einen Gewinn haben." Penninger: "Wir wollen das IMBA zu einem Weltklasse-Institut machen. Dabei setzen wir massiv auf Kooperation."

Passende Partner

Kanadas Botschafterin Ingrid Hall sieht große Chancen, dass Österreich und ihr Land vor allem über das EU-Rahmenprogramm die Forschungsbeziehungen ausbauen: "Kanada 'produziert' etwa drei Prozent von Wissen und Technologie weltweit. Europa hat einen Anteil von einem Drittel. 55 Prozent unserer internationalen Kooperationen finden mit europäischen Partnern statt. Kanadische Wissenschafter können voll am 6. EU-Rahmenprogramm teilnehmen."

Für angestrebte Kooperationen und auch für das Einfädeln des Austausches von Wissenschaftern zwischen Österreich und Kanada bietet das Büro für internationale Forschungs- und Technologiekooperation (BIT) seine Unterstützung an. Leiter Prof. Manfred Horvat: "Unsere Erfahrung: Das Beste, das man tun kann, ist, einen Champion zu haben - und Herzeigeprojekte. Dann kommen die Anderen schon." Das neue EU-Rahmenprogramm biete für Kooperationen mit Kanada hervorragende Möglichkeiten. So gebe es allein rund 1,6 Milliarden Euro für den Austausch von Wissenschaftern (Marie Curie Fellowships etc.). "Champion" für eine ganz spezifische Österreich-Kanada-Connection soll jedenfalls Penninger sein. Er bleibt zum Beispiel Professor der Universität Toronto. Am IMBA, für dessen Neubau morgen, Mittwoch, die Bauverträge unterzeichnet werden, werden auch kanadische Wissenschafter zeitweise Platz finden. - Und Österreicher sollen nach Kanada gehen. (APA)

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    Josef Penninger

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