Brustkrebs-Studien brauchen Teilnehmerinnen

1. Oktober 2002, 20:02
posten

Experte: "Ich kann nur jeder betroffenen Frau empfehlen, in eine Untersuchung zu gehen"

Cannes - "Ich kann nur jeder betroffenen Frau empfehlen, in eine Untersuchung der österreichischen Brustkrebs-Studiengruppe zu gehen. Das sage ich täglich zu meinen Patientinnen", rät der Chef der Abteilung für Allgemeine Chirurgie an der Universitätsklinik Wien, Univ.-Prof. Dr. Raimund Jakesz. "Damit hat man eine bessere Ausgangslage, die signifikant um zehn Prozent höher ist", erklärte Jakesz jetzt am Rande eines Mammakarzinom-Symposiums in Cannes. Sei die Patientin unsicher, solle ruhig die Meinung eines zweiten Arztes eingeholt werden.

Seit 15 Jahren nehmen 12.000 heimische Brustkrebs-Patientinnen an wissenschaftlichen Studien im Rahmen der österreichischen Studiengruppe für Brust- und Darmkrebs (ABCSG) teil. Pro Jahr erkranken rund 5.200 Frauen an Brustkrebs. Heuer werden 1.200 Frauen mit Brustkrebs an Untersuchungen der Studiengruppe teilnehmen.

"Wir würden uns aber freuen, wenn es mehr werden. Denn für alle Frauen mit Brustkrebs auf der ganzen Welt ist es gut, dass solche wissenschaftliche Studien durchgeführt werden", sagte Jakesz. Die Teilnahme an wissenschaftlichen Untersuchungen hätte den Vorteil, dass die Probandinnen automatisch nach den modernsten Standards behandelt werden. Zudem werden die Patientinnen besonders gut kontrolliert. Auch werden die Ergebnisse der teilnehmenden Kliniken unter einander rigoros verglichen und kontrolliert.

Derzeit sind in Österreich sechs Studien am Laufen, weitere zwei sind in Vorbereitung. Laut Jakesz gibt es u.a. Untersuchungen über die Dosierung der präoperativen Chemotherapie oder über die Länge der Hormontherapie nach Brustkrebs bzw. über deren Abfolge. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.