Mord an Grazer Gastwirtin: Tresor und Bargeld in Fremdenpension gefunden

2. Oktober 2002, 11:54
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Kripo fehlen konkrete Hinweise - Auch Raubmotiv nur sehr vage

Graz - Nach wie vor keine konkreten Hinweise auf Täter und Motiv hat die Grazer Kriminalpolizei bezüglich des Mordes an der Gastwirtin Aloisia F. Die 69-jährige Inhaberin einer Fremdenpension war in der Nacht auf Sonntag erschlagen aufgefunden worden. Am Mittwoch wurde im Haus des Opfer ein Tresor gefunden. Auch ein nach Angaben der Polizei "mittelgroßer" Bargeldbetrag wurde sichergestellt. Die Einvernahmen der Hausbewohner brachten keine neuen Erkanntnisse.

Mittwochvormittag entdeckten die Beamten in der Wohnung der Ermordeten einen Tresor. Schlüssel konnte kein passender gefunden werden. Nun wurde eine Firma beauftragt, den Safe zu öffnen. Die Kriminalisten erwarten sich, auf Grund des Inhalts nähere Informationen über die Vermögensverhältnisse der ledigen Frau, sofern der Tresor nicht vom Täter entdeckt wurde. Ebenfalls konnte nach Angaben von Kripo-Chef Anton Lehr ein "mittelgroßer" Bargeldbetrag in der Wohnung sichergestellt werden. Das Geld sei in mehreren Räumen verteilt gewesen und frei zugänglich herumgelegen.

Die Kriminalisten gehen davon aus, dass es sich bei der 69-Jährigen um keine arme Frau gehandelt haben dürfte: Nach Angaben der Polizei soll sie ein Ferienhaus auf Teneriffa besitzen und der Tochter ihrer spanischen Haushälterin - einer 25-Jährigen Studentin - einen Rohbau in Graz Seiersberg finanziert haben. Auch wurde unter dem Mordopfer eine Brieftasche mit 150 Euro gefunden.

Raubmord wird laut Lehr nach wie vor nicht ausgeschlossen. Die brutale Vorgehensweise des Täters - er schlug 17 Mal mit einer Eisenstange auf die Frau ein - könnte darauf schließen lassen, dass die 69-Jährige ihren Mörder gekannt hat. Im Moment könnten allerdings nur Vermutungen angestellt werden. Die Eisenstange, mit der die Pensionsbesitzerin erschlagen worden war, stammt aus einem unversperrten Pkw aus der Nähe. Der Besitzer des Wagens soll aber nichts mit der Tat zu tun haben, so die Kriminalisten. (APA)

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