Spediteure suchen Nachwuchskräfte

1. Oktober 2002, 15:53
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Neues Ausbildungsprogramm - Möglichkeiten reichen von der Lehre bis zum postgradualen MBA

"Heimische Handels-, Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen sowie Speditionen haben pro Jahr einen Bedarf an etwa 150 qualifizierten Logistikern - in Zukunft wird die Nachfrage steigen", konstatiert Helmut E. Zsifkovits, Mitglied des Vorstandes der Bundesvereinigung Logistik (BVL).

Aus diesem Grund hat der Fachverband "Spedition & Logistik" in der Wirtschaftskammer Österreich ein neues Ausbildungsprogramm initiiert: "Die Möglichkeiten reichen nun von der Lehre bis zum postgradualen MBA", betont Obmann Harald Bollmann.

Auf Junior-Ebene tritt neben den klassischen Lehrberuf "Spedition" ab 2003 auch die Ausbildung zum "Speditionslogistiker": Die Fachkräfte werden für das selbstständige Erfassen, Erarbeiten und Lösen von Logistikproblemen qualifiziert.

Eine zweite Möglichkeit, die sich mit Jahresanfang für den Nachwuchs auftut: die Ausbildung zum "Internationalen Speditionskaufmann". Im Mittelpunkt stehen die Rechtsvorschriften der unterschiedlichen Verkehrsträger im In- und Ausland, Akkreditivbestimmungen, Zollrecht und Zollverfahren sowie Fremdsprachen. "Entscheidet sich ein Lehrling idealerweise für die Kombination von beiden Lehrberufen, verlängert sich seine Ausbildungszeit zwar auf vier Jahre, doch seine Berufschancen verbessern sich deutlich", so Bollmann.

"Auf Senior-Ebene arbeiten wir mit den Fachhochschulen Dornbirn und Kapfenberg zusammen - auf dem Master-Level kooperieren wir mit der Donau-Uni Krems," erklärt Friedrich Macher, Präsident der BVL sowie Generaldirektor bei Kühne & Nagel Central Europe und meint weiter, "der österreichische Weg dieses flexiblen Ausbildungsmodells ist ein europäischer". Er orientiere sich an den Standards der European Logistics Association (ELA), die für eine eurpäische Vereinheitlichung in 15 Ländern gesorgt hat. (Silvia Stefan/DER STANDARD, Printausgabe, 28./29.09.2002)

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