Arafat will Kabinettsumbildung wegen Belagerung verschieben

1. Oktober 2002, 15:45
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Aufschub um zwei Wochen geplant

Ramallah - Palästinenserpräsident Yasser Arafat will die angekündigte Umbildung seines Kabinetts um zwei Wochen verschieben. Arafat bat am Dienstag den Parlamentspräsidenten Ahmed Korei um diesen Aufschub wegen der erst am Sonntag beendeten, zehn Tage dauernden Belagerung und weit gehenden Zerstörung seines Hauptquartiers durch Israels Armee in Ramallah.

Die erst im Juni von Arafat umgebildete Regierung war am 11. September geschlossen zurückgetreten, um damit einem Misstrauensvotum des palästinensischen Parlaments zuvorzukommen. Kritiker Arafats wollten den PLO-Chef damit zwingen, umstrittene Minister durch Reformkräfte zu ersetzen. Die Parlamentarier forderten Arafat gleichzeitig auf, innerhalb weniger Wochen ein neues Kabinett zur Abstimmung zu stellen.

Arafat hat unter wachsendem internationalen Druck eine Reform der Autonomiebehörde in Aussicht gestellt. Außerdem will er Ende Jänner nächsten Jahres Wahlen abhalten lassen. Allerdings wehrt er sich bisher dagegen, Teile seiner Macht an einen Ministerpräsidenten abzugeben. (APA/dpa)

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