Nach Basken wollen auch Katalanen mehr Eigenständigkeit

1. Oktober 2002, 15:42
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Pujol verlangt "radikalen Wandel" in der Haltung der Madrider Regierung

Barcelona - Nach den Basken haben auch die Katalanen von der spanischen Zentralregierung eine größere Eigenständigkeit verlangt. Der Regierungschef von Katalonien, Jordi Pujol, verlangte von Madrid einen "radikalen Wandel" in der Politik gegenüber der autonomen Region in Nordostspanien. Wenn dies nicht geschehe, werde seine Partei CiU (Konvergenz und Union) die spanische Zentralregierung nicht mehr unterstützen, kündigte Pujol am Dienstag in Barcelona an.

Er ging allerdings nicht so weit wie sein baskischer Amtskollege Juan José Ibarretxe, der das Baskenland in einen unabhängigen Staat verwandeln möchte, der nur noch über eine Assoziationsvereinbarung an Spanien gebunden sein soll. Pujol warft dem spanischen Ministerpräsidenten Jose Maria Aznar jedoch vor, eine "historische Chance" zu einer Neuordnung zu verpassen. "Die Folge ist, dass Katalonien sich als Teil Spaniens nicht wohl fühlt."

Pujols katalanische Nationalisten hatten Aznar 1996 zur Mehrheit für die Wahl zum Regierungschef verholfen. Sie unterstützen ihn auch weiterhin in wichtigen Fragen, obwohl Aznars konservative Volkspartei (PP) seit 2000 über die absolute Mehrheit verfügt. Aznar wies den Vorstoß der baskischen Regierung scharf zurück und kündigte an, dass er die Einheit Spaniens bewahren werde. "Die spanische Gesellschaft wird sich nicht von ein paar Fanatikern in eine Krise stürzen lassen."(APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Jordi Pujol auf einer Wahlveranstaltung in Barcelona

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