Klestil hofft auf "offenen und umfassenden Dialog"

1. Oktober 2002, 14:36
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Frowein-Gutachten im Sinne der gemeinsamen Erklärung mit Havel interpretieren

Wien - Bundespräsident Thomas Klestil hofft nach der Vorlage des Gutachtens des deutschen Völkerrechtlers Jochen Frowein zu den Benes-Dekreten auf einen "offenen und umfassenden Dialog" innerhalb der EU zu diesem Themenkomplex, in den auch Tschechien einbezogen werden sollte. Denn, so Klestil am Dienstag in einer Aussendung: "Nur Dialog bringt uns näher." Das Frowein-Gutachten sollte nun im Geiste seiner "Gemeinsame Erklärung" mit dem tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Havel vom September interpretiert werden und die Grundlage der weiteren Gespräche zwischen Prag und Wien bilden.

In dieser Erklärung wird u.a. betont, dass die "moralische Verantwortung für das in der Vergangenheit so vielen Menschen zugefügte schwere Leid und Unrecht" anerkannt werden müsse. Und weiter: "Wir begrüßen es, dass nunmehr über diese Fragen und ihre rechtliche Aspekte ein offener Dialog geführt wird und sind zuversichtlich, dass uns dieser Dialog einer gemeinsamen Bewertung näher bringen wird." Die beiden Präsidenten haben außerdem dazu aufgerufen, "ein neues Kapitel des Vertrauens, der Freundschaft und des Miteinander im gemeinsamen Europa aufzuschlagen". (APA)

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